Female Black Cinema

Die Filmgeschichte ist weiblich ... und nicht weiß!
Film Filmreihe
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1 Termin
Donnerstag 4. Juni - Freitag 26. Juni
Do 4. Juni -
Fr , 26. Juni
Filmreihe
Female Black Cinema

Seit der Stunde null des Kinos werden Filme von Schwarzen Frauen geschrieben, inszeniert und produziert – und seit damals fehlen die strukturellen Voraussetzungen für ihre Sichtbarkeit. Diese Mechanismen prägen bis heute den künstlerischen Prozess, die Finanzierung und den Verleih der Filme. »For the pleasure of pleasing women« existiere das Kino, wie die Filmhistorikerin Iris Barry 1926 schreibt, doch: für welche Frauen? Und zu welchem Preis?

Vier Jahre zuvor nennt The Billboard Tressie Souders als erste afroamerikanische Regisseurin, deren Film A WOMAN’S ERROR allerdings verschollen ist, sowie Maria P. Williams’ THE FLAMES OF WRATH aus dem darauffolgenden Jahr. Es wurde gefilmt und produziert, nur gesehen und restauriert wurde nicht: Schwarze Perspektiven verliefen immer quer zu dem Kino, das sich im Laufe des 20. Jahrhunderts an weißen Normen institutionalisierte.

Konzentrierte Macht, Politiken des Blickes, systematische Marginalisierung: Unter diesen Prämissen entsteht ein Kino im Unsichtbaren. Knapp 70 Jahre braucht es, bis Julie Dash mit ihrem Debüt-Feature DAUGHTERS OF THE DUST in den USA den Rhythmus einer neuen Bewegung taktiert. Die Werke Sarah Maldorors – insbesondere SAMBIZANGA – etablieren die französische Regisseurin als historische Vorreiterin eines Kinos, das bereits in den 1970er-Jahren den Weg in das moderne New Black Cinema weist. Es entstehen radikale Weisen neuer poetischer Bildsprache, die sich den Genrekonventionen sowie dem weißen Blick gekonnt entziehen. Wo Geschichte auf Gewalt beruht, wird der Film zum Werkzeug der Aneignung und nutzt das Fabulieren, um die glatte Oberfläche offizieller Wahrheiten aufzubrechen. So gewinnen fehlende Bilder der Historiografie an Stimme, das Archiv erscheint als situiert und der vermeintliche Fakt wird als Fiktion enttarnt.

Über ausgewählte Werke der letzten fünfzig Jahre zeigen wir Geschichten der Freude und der Resilienz, die im unausweichlichen Kontext (post-)kolonialer Gewalt produziert wurden und sich dieser bemächtigen. Ein Programm, durchzogen von kultureller Selbstbehauptung, großen Gefühlen, und einer klaren Unabwendbarkeit: Pleasure for Black women in the realm of the visual!
(Lien May Lucas)

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