Wiedereröffnung des VBKÖ-Archivs
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Die Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ) freut sich, die Wiedereröffnung ihres Archivs bekannt zu geben und aus diesem Anlass eine Ausstellung von Mitgliederinnen der VBKÖ zu eröffnen. Die erste umfassende Renovierung des Archivs – ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) – erfolgte, um die Bedingungen für den langfristigen Erhalt der historischen Materialien des Vereins zu verbessern und das Archiv der Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen. Um den Abschluss des ersten Teils der Renovierung zu feiern, finden von Februar bis April 2026 zahlreiche Veranstaltungen statt.
Die Ausstellung stellt das Archiv als lebendige Sammlung vor, die mehr als ein Jahrhundert künstlerischen Schaffens umfasst und den ständigen Wandel queerer feministischer Organisationsarbeit seit der Gründung der VBKÖ im Jahr 1910 abbildet. Sie gewährt Einblicke in die komplexe, bisweilen widersprüchliche Geschichte der Vereinigung, in ihre institutionelle Entwicklung und Brüche, in Werke und Erinnerungen der Mitglieder*innen, sowie in zeitgenössische Ansätze der Archivpraxis. Materialien aus dem Archiv sind Ausgangspunkt für künstlerische Arbeiten und Forschungsprojekte, die sich kritisch mit dem Archiv und der Geschichte der VBKÖ auseinandersetzen. Konzipiert als aktiver Ort des Dialogs, ermöglicht die Ausstellung einen Austausch über feministische Kunstpraxis und -geschichte und bietet das Archiv einen Raum für Forschung und gemeinsame Reflexion.
Die Ausstellung zeigt Arbeiten von sieben Künstler*innen, die sich im Rahmen des Residency-Programms für VBKÖ-Mitglieder intensiv mit dem VBKÖ-Archiv auseinandergesetzt haben: Pêdra Costa, Zoe Gudović, Daniel Hill, Vinko Nino Jaeger, Eszter Katalin, Tahereh Nourani und Christina Werner. Ausgehend von Dokumenten, Fotografien, Objekten, Akten und Stimmen aus dem Archiv, sowie dessen Schweigen zu Gewalttaten, haben die Künstler*innen Installations-, Video-, Ton- und Performance-Arbeiten entwickelt. Gemeinsam hinterfragen die Arbeiten, was das Archiv bewahrt, was es ausschließt und was es für die Zukunft bereithalten könnte. Sie thematisieren Politik, Ideologie, queere Verwandtschaften, Resilienz, Solidarität und kollektive Vorstellungskraft und folgen Verbindungen über die Zeit hinweg zwischen den Frauen* und queeren Personen, die die VBKÖ geprägt haben und heute prägen. Die Ausstellung positioniert das Archiv als einen Ort des Austauschs, der Wiederverbindung und der kollektiven Neugestaltung.
Künstler*innen und Beteiligte: Pêdra Costa, Zoe Gudović, Daniel Hill, Vinko Nino Jaeger, Eszter Katalin, Tahereh Nourani, Christina Werner, VBKÖ members, SKGAL, living library of becomings und mehr.
Das Programm wurde von folgenden Mitglieder*innen der VBKÖ organisiert: Georgia Holz, Veronika Hösch, Mika Maruyama, Stephanie Misa, Miwa Negoro, Tsai-Ju Wu und Julia Wieger