Modern People Baden
Verbindung zu esel.at
Modern People ist eine ortsbezogene, auf manuellen Algorithmen basierende Performance-Reihe und ein Versuch, die Gesellschaft als Organismus zu analysieren. Im Mittelpunkt stehen materielle Ausscheidungen und Abfälle, die als Indikatoren für den kollektiven Gesundheitszustand dienen – ein Prozess, der mit einer koprologischen Untersuchung vergleichbar ist.
Elke Auer und Daniel Hafner begeben sich auf die Suche nach physischen und intellektuellen Räumen. In einem spielerischen Prozess setzen sie frei zugängliche materielle und immaterielle Ressourcen in neue soziale Beziehungen und machen diese Verbindungen sinnlich erfahrbar. Dabei verhandeln Auer und Hafner nicht nur den Akt des Findens und die Potenziale frei verfügbarer Ressourcen, sondern thematisieren die Offenheit für einen durchlässigen Zustand, in dem sich Objekte und Beziehungen überhaupt erst zeigen und wahrnehmbar werden.
Während die Performance für die Künstler*innen eine Form der Aufmerksamkeitspraxis darstellt, die weggeworfenen, entsorgten, verlorenen, nutzlos gewordenen oder abgefallenen Objekten Zuwendung schenkt, ist das Publikum eingeladen, diese Gesten radikaler Zärtlichkeit gegenüber allem, was existiert, zu entschlüsseln.
13.6.2026, 17 Uhr
Performance
14.6.2026, 17 Uhr
Performance
Im Anschluss: Elke Auer und Daniel Hafner im Gespräch mit
Katja Stecher
Herzlichen Dank an Die Grünen Niederösterreich für die freundliche Unterstützung des Projekts.
Elke Auer
geboren 1980 in Graz, studierte Visuelle Mediengestaltung an der Universität für angewandte Kunst und ist seit 2005 als freischaffende Künstlerin sowie als Videokünstlerin und Bühnenbildnerin am Theater tätig.
In ihren künstlerischen Arbeiten verhandelt sie feministische, emanzipatorische und klassenqueere Theorien und beschäftigt sich mit der politischen Dimension von kontemporären Identitätskonstruktionen und Lebensentwürfe. Dabei inkludiert sie gefundene Materialien, Sprache und Motive aus der (Kunst)Geschichte. Die Projekte der letzten Jahre befassen sich mit reproduktiver Arbeit, Verletzlichkeit und Scham, Popkultur und Hip Hop, von Idealen und Leistungsdruck, widerständigen Zungen und undichten Gefäßen, Biopolitik und Hormonen, von neolithischen Geschlechterbildern, sowie den Spannungen zwischen gegenwärtigen Feminismen und Männlichkeitsbildern und deren Auswirkungen auf politische Landschaften.
Daniel Hafner
geboren 1979 in Deutschlandsberg, studierte Malerei und Fotografie in Graz sowie Digitale Medien und Kunst im öffentlichen Raum an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Aufgewachsen in einem ehemaligen Bauernhaus am Waldrand, legten seine frühen Erfahrungen mit der Natur den Grundstein für eine künstlerische Praxis, die von Bescheidenheit und einer sensiblen Wahrnehmung von Orten und Materialien geprägt ist. Während jede seiner Arbeiten mit einer spezifischen Materialität spielt, bleibt die Zeichnung ein Kernelement seiner Praxis und verbindet zweidimensionale Bildwelten mit Installationen, Videos und Performances. Hafner arbeitet häufig mit gefundenen Objekten und manuell entwickelten Algorithmen. In seinen Performances erforscht er die Spannungsfelder zwischen materiellem Mangel und Überfluss sowie die ihnen zugrunde liegenden Wertesysteme im Kontext sozialer Koexistenz.