Lisa Großkopf: Stabile Performance
Zeitgenössische Kunst Performance Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
kuratiert von Andrea Popelka
Lisa Großkopf geht in ihrer Einzelausstellung Stabile Performance den Anforderungen und Machtverhältnissen der zeitgenössischen Arbeitswelt nach – in der Kunst und darüber hinaus.
Humorvoll, kritisch und schmerzhaft verhandeln die gezeigten Fotografien, Videos, Installationen und Performances den Druck, an sich selbst zu arbeiten und sich stetig zu optimieren. Sie lokalisieren diesen Druck gleichermaßen in Schönheitsbehandlungen wie in körperlichen Grenzerfahrungen in der Geschichte der Performancekunst. Dementsprechend bezeichnet „Performance“ hier sowohl ein Medium der Kunst als auch einen Begriff aus der Wirtschaft, der die Leistung zum Beispiel einer Arbeiterin, eines Produkts oder eines Unternehmens bewertet.
Eine der eigens für die Ausstellung entstanden Arbeiten trägt den Titel Artists Must Perform. Two Dot Zero. Sie zitiert Künstler*innen und andere Vorgängertexte und bringt die spezifischen Erwartungen an Kunst und Künstler*innen auf den Punkt: schön, zeitlos, leidend haben sie zu sein; etabliert, aber nach wie vor jung. Großkopf konfrontiert diese unerfüllbaren Ansprüche, hinterfragt und verweigert sie. Zugleich wird deutlich, wie schwer sie abzulegen sind.
In Artists Must Perform. Two Dot Zero. heißt es auch, dass Künstler*innen ihren Brotjob nicht erwähnen dürfen. In einer weiteren Arbeit, für die Großkopf selbst als Museumsaufsicht tätig war, wird die strukturelle Ungleichheit des Kunstfelds sichtbar: Viele Arbeiter*innen bleiben im Hintergrund, Mittel sind massiv ungleich verteilt, und Themen wie Klasse beziehungsweise die finanzielle Absicherung, die Beteiligte mitbringen, bleiben tabuisiert.
Für eine Performance, die zur Eröffnung der Ausstellung gezeigt wird, eignet sich Großkopf eine historische Ikone der Performancekunst an: Imponderabilia von Marina Abramović und Ulay, bei der 1977 Besucher*innen einer italienischen Galerie einen schmalen Durchgang zwischen den beiden nackten Künstler*innen passieren mussten. Die abgewandelte Performance thematisiert die Arbeitsbedingungen der Performer*innen und versucht, diese zu erleichtern. Wie Großkopfs Praxis im Allgemeinen macht sie sichtbar und zum Gesprächsstoff, was oft unverhandelt und verborgen bleibt.
Abschließend untersucht die Ausstellung, wie Performance – ein zeitbasiertes und körperliches Medium – im Museum gezeigt, vermittelt und vermarktet wird: Ein Shop am Ende des Rundgangs stellt die Grenze zwischen Ausstellungs- und Verkaufsraum spielerisch infrage.
Shuttlebus zur Ausstellungseröffnung
Wien - Eisenstadt - Wien
Abfahrt: Freitag, 27.02.2026, 17:45 | Haltestelle NEU Albertina, 1010 Wien, Operngasse 4–8
Rückfahrt: Freitag, 27.02.2025, 21:30 | Landesgalerie Burgenland, 7000 Eisenstadt, Franz Schubert-Platz 6
Kostenbeitrag: € 10,– (Hin- & Rückfahrt)
Als Dankeschön erhalten Sie einen 20 %-Rabattgutschein für den Ausstellungsshop.
Anmeldung unter office@landesgalerie-burgenland.at oder +43 2682 719 5000