Achtung, Tor öffnet automatisch!
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Mit rollbaren Tafeln übertritt Leon Theodor die Schwelle zu privaten Parkgaragen in Hietzing und bringt die Feste hinaus auf die Straße.
Ein Garagenfest, wie es in vielen ländlichen Regionen üblich ist, überbrückt die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum, bringt die Nachbar*innenschaft zusammen und gewährt Einblicke hinter die sonst verschlossenen Türen. Unter dem Titel ACHTUNG, TOR ÖFFNET AUTOMATISCH! und mithilfe von rollbaren Designobjekten startet der Designer Leon Theodor bei der VIENNA DESIGN WEEK das Experiment, den von Subkultur und Hobbyismus geprägten, halböffentlichen Raum zur Straße hin zu erschließen. Er nutzt Design dabei als Werkzeug für neue soziale Vernetzungen und lädt mit seiner Intervention nicht nur zum tieferen Eintauchen in den Bezirk und zum Kennenlernen von Garagenbesitzer*innen in Hietzing ein, sondern auch dazu, mit der Schwelle zwischen öffentlichem Stadtraum und Privatgrundstück die eigenen Berührungsängste zu überwinden.
Nach einer kurzen Einführung in der Festivalzentrale begeben sich die Teilnehmer*innen auf einen gemeinsamen Spaziergang zu einer nur fünf Gehminuten entfernten Einfamilienhaussiedlung in Hietzing. Das Viertel ist von historischen Wiener Stadtvillen, privaten Parkgaragen und großzügigen Gärten geprägt und bildet so einen spannenden Kontrast zum dichten urbanen Gefüge der Stadt. Gemeinsam mit Hanna Maresch, Architektin mit den Schwerpunkten Stadtplanung und urbane Mobilität, sowie der gebürtigen Hietzingerin, Nachbarschaftsaktivistin und Politikerin Alexandra Steiner beleuchtet der Walk unterschiedliche Perspektiven auf den öffentlichen und halböffentlichen Raum und eröffnet neue Blickwinkel auf die räumlichen Übergänge, Besitzverhältnisse und Nutzungsmöglichkeiten des Stadtraums sowie auf die besondere Identität Hietzings.
Für das große Garagenfest werden die von Leon Theodor entworfenen Tische von der Festivalzentrale in die nur fünf Gehminuten entfernte Elßlergasse gerollt. Dort bilden die sogenannten „Festtops“ die Grundlage für einen temporären Festplatz, auf dem die Trennung zwischen Straße und Garage bewusst aufgehoben wird. Die Möbel schaffen Raum für gemeinsames Essen, Feiern und Verweilen und laden dazu ein, den Stadtraum neu zu erleben. Zur Begrüßung werden Getränke angeboten. Ganz im Sinne eines klassischen Straßenfestes sind die Besucher*innen darüber hinaus eingeladen, Speisen und weitere Getränke mitzubringen und so zu einem gemeinschaftlichen Abend beizutragen.
Teil des Garagenfests ist auch die Verleihung des Erste Bank Social Designpreis 2026 an die ausgewählten Stadtarbeit-Projekte.
Die vom Designer Leon Theodor entworfenen Tische namens „Festtops“ rollen nach Stopps in der Festivalzentrale und einer Hietzinger Einfamilienhaussiedlung weiter in Richtung Innenstadt. Ihren nächsten und zugleich letzten Halt finden sie in Wiens zweitältester Hochgarage, der Apollo Garage im 7. Bezirk. Auf dem Oberdeck treten die Objekte in einen Dialog mit der Architektur der historischen Garage und eröffnen neue Perspektiven auf das außergewöhnliche Bauwerk. Der finale Ausstellungsort versteht sich dabei nicht nur als Präsentationsfläche, sondern auch als Raum für Austausch und Diskussion. Im Mittelpunkt steht die Frage nach einem kollektiven Mobiliar: Möbel, die sich im gemeinschaftlichen Besitz befinden und für den temporären privaten Gebrauch ausgeborgt werden können.