Will-o’-the-wisp
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Julia Åberg, Maria Belova, Ester Gašparová, Maks Rz
Anna Taganzeva, Julia Woronowicz, Lorenzo Zerbini
Kuratiert von:
Julia Harrauer
Will-o’-the-wisp bezeichnet ein sanft flackerndes Licht, das in Sümpfen oder Feuchtgebieten erscheint und historisch als Illusion, Omen oder Wunder interpretiert wurde. Das Phänomen wird gemeinhin durch das Entweichen von Sumpfgasen wie Methan oder Phosphin erklärt, die nur unter ganz bestimmten Bedingungen auftreten.
Obwohl die Wissenschaft viele mythische Interpretationen ersetzt hat, bleiben das Gefühl der Unsicherheit und die Faszination für das Unbekannte bestehen. Sümpfe verkörpern diese Spannung. Oft als feindlich oder unbewohnbar dargestellt, beherbergen sie ein komplexes und blühendes Leben, das oft nur nachts zum Vorschein kommt.
Innerhalb der Ausstellung wird das Will-o’-the-wisp zu einer Metapher für diese verborgene Lebenskraft und verweist auf flüchtige Ökosysteme, die oft übersehen werden. Natur und Umwelt werden zu einem zentralen Symbolfeld: Sie werden sowohl als starke Kraft wahrgenommen, die sich der Kontrolle widersetzt, als auch als etwas Verletzliches, das Schutz oder Verteidigung benötigt.
Anhand verschiedener künstlerischer Medien wie Malerei, Skulptur, Collage und Installation untersuchen die teilnehmenden Künstler, wie Vorstellungen von Fragilität und Stärke kulturell und historisch durch Form, Material und Bildsprache hervorgebracht werden. Was gilt als schwach oder stark, und wie ist diese Mehrdeutigkeit in unserer Gesellschaft begründet? Inspiriert von natürlichen Formen untersucht die Ausstellung, wie Fragilität und Stärke nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern als tief miteinander verflochtene Zustände auftreten.