Werkschau XXXI: Gabriele Rothemann
Zeitgenössische Kunst Fotografie Ausstellung
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WERKSCHAU XXXI Ist die Fortsetzung der jährlich stattfindenden Ausstellungsreihe der FOTOGALERIE WIEN, in der zeitgenössische Künstler:innen präsentiert werden, die wesentlich zur Entwicklung der künstlerischen Fotografie und neuen Medien in Österreich beigetragen haben. Gezeigt wurde bisher ein Querschnitt durch das Schaffen von Jana Wisniewski, Manfred Willmann, VALIE EXPORT, Leo Kandl, Elfriede Mejchar, Heinz Cibulka, Renate Bertlmann, Josef Wais, Horáková + Maurer, Gottfried Bechtold, Friedl Kubelka, Branko Lenart, INTAKT – Die Pionierinnen (Renate Bertlmann, Moucle Blackout, Linda Christanell, Lotte Hendrich-Hassmann, Karin Mack, Margot Pilz, Jana Wisniewski), Inge Dick, Lisl Ponger, Hans Kupelwieser, Robert Zahornicky, Ingeborg Strobl, Michael Mauracher, PRINZGAU/podgorschek, Maria Hahnenkamp, Robert F. Hammerstiel, Sabine Bitter & Helmut Weber, Michaela Moscouw, Günther Selichar, Heidi Harsieber Christian Wachter, Andrea van der Straeten, Karl-Heinz Klopf und Sigrid Kurz.
Wir freuen uns, in unserer WERKSCHAU XXXI Arbeiten der Künstlerin Gabriele Rothemann präsentieren zu dürfen.
Für Gabriele Rothemann bringt nach 25 Jahren Lehrtätigkeit an der Universität für angewandte Kunst Wien ein neuer Lebensabschnitt neue Herausforderungen und Erfordernisse. Als Professorin für künstlerische Fotografie hatte sie die Klasse für Fotografie im Bereich Bildende Kunst gegründet, hatte die technischen Voraussetzungen für einen zeitgemäßen Umgang mit Fotografie als Medium der Kunst geschaffen und der Wiener Fotografie auch inhaltlich bedeutende Impulse gegeben.
Die Lehre und das eigene Schaffen sind im künstlerischen Bereich naturgemäß untrennbar miteinander verbunden. Die nun stattgefundene Entflechtung bedeutete, dass auch örtlich ein anderer Arbeitsbereich geschaffen werden musste. Die Errichtung des neuen Ateliers brachte neue, auch ästhetische Erfahrungen mit sich, die, so wie bei Gabriele Rothemann in ihrem behutsamen und bedachten Erfahren des Lebens seit je, auch künstlerisch ihren Niederschlag fanden. Ihre gesamte bisherige Entwicklung ist von solch scheinbar zufälligen Erscheinungen, Verhältnissen und teils archaischen Erzählungen geprägt, sei dies in philosophischer, mythologischer, politischer oder einfach die alltäglichen Dinge betreffender Weise.
Wie ein Fluss seinen Verlauf nach den geologischen Verhältnissen nimmt, so mäandert auch die Künstlerin durch die reichen Erfahrungen, die ihr wacher Geist aufnimmt und ästhetisch wie inhaltlich neu konstruiert. Dadurch entstehen bildliche Realitäten, die doch tief im uralten Erfahrungsschatz der Menschheit verwurzelt sind.
Der Mäander als bis in die Steinzeit zurückreichendes, besonders aber in der Antike gebräuchliches Muster ist ein Sinnbild für die Unendlichkeit. In ihm faltet das Alte sich zusammen, zieht sich in sich selbst zurück und öffnet den Weg für das Neue. Im Rapport entsteht die andauernde Abfolge des Lebens im Absterben und Aufkeimen. Im Zuge der Umbauarbeiten im neuen Studio wurde eine Fußbodenheizung eingebaut. Als Gabriele Rothemann die noch offen verlegten Industrierohre sah, entstand die Idee, den Mäander in Form der Wasserrohre zur Grundlage eines eigenen Werkes zu machen.
Zusammen mit anderen Schlüsselwerken schafft Gabriele Rothemann ein Gewebe aus Arbeiten, das sich medienreflexiv mit der Conditio Humana auseinandersetzt. (Berthold Ecker)