Weltmacht Liebe
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Liebe ist allgegenwärtig: Sie prägt das Denken, Fühlen und Handeln von Menschen zu allen Zeiten und in allen Kulturen. Als Selbstliebe ist sie Ich-bezogen, als spirituelle Liebe zu Gott scheint sie der Welt entrückt. Liebe bedeutet darüber hinaus die Hingabe an andere, seien es die Liebespartner*innen oder sei es die Liebe zu den Nächsten.
Kein anderes Gefühl hat tiefere Spuren in der Kunst- und Kulturgeschichte hinterlassen. Die Ausstellung „Weltmacht Liebe. Eine Reise durch die Jahrhunderte“ im Prunksaal spürt dieser Emotion in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek nach und entfaltet ein Panorama der Liebe: vom unerreichbaren Liebesideal bis zur verbotenen Liebe, vom Liebeswahn bis zur Liebe über den Tod hinaus.
In vielfältigen Objekten wird die Liebe auch als künstlerische Inspirationsquelle sichtbar. So etwa in antiken Schöpfungsmythen oder im mittelalterlichen Minnesang, in der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert, oder in der Literatur von Johann Wolfgang Goethe, Arthur Schnitzler und Ingeborg Bachmann. Berühmte Liebesgeschichten, Liebesbriefe und Liebeslieder aus 2000 Jahren zeigen die Kontinuität und Wandlungsfähigkeit von menschlichen Emotionen und die vielen Spielarten der Weltmacht Liebe auch jenseits von Konventionen und traditionellen Geschlechterrollen.