Vom Spiegelbild zum Bild

Theorie Zeitgenössische Kunst Vortrag
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Mittwoch 17. Jänner 2024
17. Jän. 2024
Mi
18:00
Vom Spiegelbild zum Bild
M20

Vortrag von Mag.a Dr.in Eva Wolfram-Ertl

Die frühen weiblichen Selbstporträts sind Ich-Porträts – aus dem Spiegel gemalt. Ihre Bestimmung ist aber nicht die selbstgenügsame Reflexion, die uns der Mythos von Narziss erzählt. Sie fordern vielmehr Wahrnehmung der Frauen in ihrer Profession als Malerinnen und dienen der Ich-Findung der Künstlerinnen. Das Erkennen im gespiegelten Bild ist für die Subjektwerdung des Menschen von entscheidender Bedeutung. Mit dem Aufkommen der Abstraktion taucht vermehrt das Subjekt des Unbewussten in der Malerei auf, das unser Begehren beinhaltet. In den Vordergrund rückt ein Darstellungssystem, das emotionale Zustände erforscht und über das bekannte Symbolisierungspotential hinausgehend Selbstentwürfe und Gestaltungsprozesse aufzeigt. Es umgeht die Abbildungsfunktion und führt zu einem neuen Bild. Der Blick richtet sich nach innen, um ihn ins Allgemeine überzuführen.

Eva Wolfram-Ertl, Mag.aDr.in, ist Psychoanalytikerin (WAP, IPV) und Gruppenanalytikerin in freier Praxis, Mitglied der Neuen Wiener Gruppe Lacanschule, Arbeitsschwerpunkt ist die Schnittstelle von Psychoanalyse und Kunst, Gründerin des Vereins Forum für Kunst und Psyche, Dozentin für den Universitätslehrgang Kunsttherapie an der Sigmund Freud Privatuniversität und an der ARGE Bildungsmanagement. Sie war Gaststudentin bei Daniel Richter und arbeitet als freischaffende Künstlerin mit regelmäßigen Vernissagen.

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