VCC Podiumsgespräch: Zwischen Kritik und Verantwortung
Musik Öffentlichkeit Zivilgesellschaft Diskussion
Verbindung zu esel.at
Wie können Clubs, Veranstaltungen und Festivals mit Fehlverhalten, Vorwürfen und Konflikten umgehen?
Teilnahme: Kostenlos mit Anmeldung
In den letzten Jahren haben öffentliche Debatten über Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt, strukturelles Fehlverhalten und Boykottaufrufe innerhalb der Club- und Kulturszene grundlegende Fragen aufgeworfen: Welche Verantwortung tragen Clubs und Veranstalter:innen, wenn sie mit ihrem eigenen Fehlverhalten, Vorwürfen oder Aufforderungen politischer Positionierungen sowie moralischer Erwartungshaltungen konfrontiert werden?
Dieses Podiumsgespräch nimmt bewusst Abstand von der Frage, ob und wer ausgeschlossen werden soll und richtet den Fokus darauf, wie mit Konflikten, Vorwürfen und Verantwortung umgegangen werden kann: Welche Alternativen zu Ausschluss und Verantwortungsabgabe gibt es, wo liegen ihre Grenzen und unter welchen Bedingungen sind eine verantwortungsvolle, nachhaltige Aufarbeitung, Veränderung und auch eine Wiederherstellung von Vertrauen in Clubs, Veranstaltungsreihen oder Künstler:innen möglich?
Am Podium
Moderation:
Antonia Rauth – Der Standard
Antonia Rauth ist Audio-Redakteurin beim Standard. Sie recherchiert und moderiert den wöchentlichen Politikpodcast „Inside Austria“, der in Kooperation mit dem SPIEGEL entsteht. Sie beschäftigt sich vor allem mit innenpolitischen und österreichspezifischen Themen – vom Großglockner-Prozess bis zur Macht der Burschenschaften im politischen System.
Speakers:
Susanne Kirchmayr – Electric Indigo
Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo ist DJ, Musikerin und Komponistin aus Wien. Ihr Name steht für die intelligente und eigenständige Interpretation von Techno und elektronischer Musik. 1998 gründete sie das transnationale Netzwerk female:pressure, das 2009 mit einer Honorary Mention beim Prix Ars Electronica bedacht wurde. Als Komponistin erhielt Electric Indigo u.a. den Kunstpreis Musik 2020 der Republik Österreich. Ihr musikalisches Schaffen bewegt sich zwischen immersiver, elektroakustischer Musik und den Tanzflächen dunkler Clubs.
Meike Lauggas – vera* Vertrauensstelle Kunst und Kultur
Meike Lauggas ist seit 2026 Co-Geschäftsführerin von vera* Vertrauensstelle Kunst und Kultur. 2019-2025 hat sie im Kulturbereich bereits die Filmberatungsstelle we-do aufgebaut und geleitet. Ein weiteres Standbein hat die promovierte Historikerin und Organisationsberaterin im akademischen Kontext, indem sie an der Uni Wien lehrt, Hochschul- und Krankenhausleitungen berät und Wissenschafter*innen coacht. In der Vertrauensstelle Kunst und Kultur ist sie für das Beratungsteam zuständig und entwickelt gemeinsam mit Heidi Fuchs Präventionsprogramme.
Laura Platzer – Universo Diverso*
Laura ist Co‑Gründerin des Vereins Universo Diverso, der seit 2022 FLINTA-only Events in Wien organisiert. Parallel dazu arbeitete sie im Ponyhof und später in der Betriebsleitung des Tagada. Für sie bedeutet Clubkultur vor allem, Räume zu etablieren und den Umgang innerhalb dieser aktiv zu gestalten. Bei Universo Diverso* liegt ihr Fokus darauf, das FLINTA*-only Konzept der Veranstaltungen kontinuierlich zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Judith Staudinger – Wiener Festwochen
Judith Staudinger ist Leiterin der Kommunikationsabteilung der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien und hat dort als Leiterin der Arbeitsgruppe Cancel Culture einen Leitfaden entwickelt für den Umgang mit Cancelaufforderungen. Zuvor war sie als Mediensprecherin für die Wiener Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, Veronica Kaup-Hasler, sowie im Bereich Kommunikation beim Wiener Konzerthaus tätig.
Michael Gröss – U4
Michael Gröss ist seit rund 20 Jahren Teil der Geschäftsführung des U4. Zuvor war er u. a. Betreiber des Palais Auersperg sowie in verschiedenen Wiener Locations und mit einer eigenen B2B-Eventagentur tätig. In Wien versteht er Clubs als soziale Räume und Verantwortung zugleich – gute Clubarbeit bedeutet für ihn Zuhören, Vermitteln, Nachjustieren und die Bereitschaft, Fehler einzugestehen.