Thomas Hörl: Hals- und Beinbruch
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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Der bildende Künstler Thomas Hörl greift in der Ausstellung Hals & Beinbruch Formen der klassischen Bildhauerei auf und kombiniert diese mit Symbolen aus der homöopathischen Heilkunde, die üblicherweise auf den Körper aufgetragen werden. Abgegossene Körperfragmente werden dabei mit rätselhaften Zeichen versehen und in einen Zusammenhang von Materialität, Körper und Bedeutung gestellt. Teil der Installation ist zudem eine persönlich verlorene Form, die gemeinsam mit verschiedenen Glücksbringern und Amulette präsentiert wird – Objekte, die ein „Heil“ versprechen und Fragen nach deren Bedeutung und Zuschreibung aufwerfen.
Das Arrangement wird durch einen Abguss von Josef Müllners Bronzeskulptur Jugendlicher Athlet (1921) ergänzt, die vor dem Theseustempel im Volksgarten steht. Müllner, der auch das Lueger-Denkmal in Wien schuf, ist eine umstrittene historische Figur. Diskurse, vermeintliche Wahrheiten und Versprechungen werden überlagert und in dieser Ausstellung präsentiert.
Thomas Hörl (*1975 in Hallein) studierte er nach der Bildhauerschule Hallein Bildende Kunst in Wien, Reykjavík und Tokio. Sein künstlerisches Œuvre basiert auf intensiver Recherche, zuletzt mit Fokus auf regionale Bräuche, Traditionen und Filmgenres. Seine Arbeiten umfassen u. a. Film, Installation, Objekt, Collage und Fotografie. Thematisch setzt er sich mit Körperprägungen, Handwerk, dem Unheimlichen, Geschlechterrollen sowie der Verbindung von Volks- und Populärkultur auseinander. Artist-in-Residence-Aufenthalte führten ihn u. a. nach Berlin, London, Paris und Tokio. Kürzlich wurde er mit dem Grafikpreis der Stadt Innsbruck ausgezeichnet; derzeit absolviert er den Lehrgang Museumsarbeit und ist beim Supergau-Festival im Bereich regionale Vernetzung tätig.
Kurator: Oliver Hangl