Thomas Baumann: Verlorene Augen

Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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2 Termine
Donnerstag 3. September
3. Sep.
Do
18:00
Eröffnung
Thomas Baumann: Verlorene Augen
Freitag 4. September - Samstag 17. Oktober
Fr 4. Sep. -
Sa , 17. Okt.
Ausstellung
Thomas Baumann: Verlorene Augen

Thomas Baumann (*1967, Altenmarkt) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien Grafik und Bildhauerei. Seine künstlerische Praxis umfasst Skulptur, Grafik, Malerei, Video und Film. Internationale Residenzen führten ihn nach Paris, Chicago sowie mehrfach nach China. Seine Arbeiten wurden national und international in renommierten Museen und Ausstellungshäusern gezeigt, darunter Kunsthalle Wien, Secession, Kunsthaus Graz, Museum der Moderne Salzburg, Kunsthalle Basel und Art Museum of Nanjing (AMNUA). Baumann erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Österreichischen Kurzfilmpreis, den Römerquelle Kunstpreis und den Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich.

Vielleicht beginnt das Werk von Thomas Baumann dort, wo die Vorstellung eines stabilen Kunstwerks endet. Seine Arbeiten sind weniger Objekte als Zustände: Anordnungen von Kräften, Bewegungen, Materialien, programmierten Abläufen und zeitlichen Verschiebungen. Etwas dreht sich, kippt, schwingt, wartet, beschleunigt, verliert sein Gleichgewicht und findet für einen Augenblick ein neues. Maschinen setzen Körper in Bewegung, Computer strukturieren Abläufe, Motoren erzeugen Rhythmen, Bilder beginnen zu reagieren. Das Werk ist nicht abgeschlossen. Es ereignet sich.

Seit den frühen Arbeiten zieht sich dabei eine bemerkenswerte Konstante durch Baumanns künstlerische Praxis: Technik erscheint niemals lediglich als Werkzeug zur Herstellung eines Kunstwerks. Sie tritt in das Werk selbst ein. Motor, Mechanik, Elektronik, Computer werden zu operativen Bestandteilen einer Situation. Die Skulptur besitzt nicht mehr nur Volumen, Gewicht und Ausdehnung im Raum. Sie besitzt Dauer. Ihre Form existiert in der Zeit.

In seiner Malerei verschiebt die von ihm entwickelte Malmaschine eine der traditionsreichsten Vorstellungen künstlerischer Autorschaft: die unmittelbare Verbindung von Hand, Geste und Bild. Julie Ryan stellt diese Arbeiten deshalb in die Geschichte malerischer Verfahren: Von Jackson Pollock und Helen Frankenthaler über Willem de Kooning bis zu den technischen Imaginationen von Balla, Picabia und Duchamp. Der entscheidende Punkt besteht darin, dass Baumann den Maler keineswegs durch eine Maschine ersetzen will. Die Maschine übernimmt vielmehr eine Funktion, die für einen anderen Künstler der Pinsel übernehmen könnte; sie wird zur Erweiterung seiner künstlerischen Möglichkeiten.¹

Die Maschine ist dabei niemals vollkommen souverän, sie trägt bereits die Möglichkeit ihrer Abweichung in sich, und genau dort beginnt die Kunst.

In „Verlorene Augen“ konzentriert Baumann seine künstlerischen Ansätze, Malerei, Skulptur, Maschine, Licht, Bewegung, auf kleinsten Raum.

¹Julie Ryan, „New Need Needs New. Die Malerei“, in: Thomas Baumann, Wien: Schlebrügge. Editor, 2005, S. 91–93.

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