Theories of Teaching Architectural History

Architektur Geschichte Theorie Veranstaltungsreihe Vortrag
➜ edit + new album ev_034ebu2AxL5U40MPBzuGUg
3 Termine
Dienstag 27. Oktober
27. Okt.
Di
19:00
Vortrag
Beyond the Lecture
Alternative Methods for Teaching the History of Architecture
Raum 211a
Montag 30. November
30. Nov.
Mo
19:00
Vortrag
A Female Polymath in Baroque Rome
Plautilla Bricci and the Absent Legacy
Raum 211a
Montag 14. Dezember
14. Dez.
Mo
19:00
Vortrag
Expanding Agency
How and Why to Write More Inclusive Histories of Architecture
Raum 211a

IKA Vortragsreihe 2026/2027, kuratiert von Angelika Schnell.

Die Lehre der Architekturgeschichte hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert. Freilich: Eine diversere Architekturgeschichtsschreibung besteht nicht nur aus dem Einbeziehen von beispielsweise mehr weiblichen oder nicht-europäischen Perspektiven und Projekten, auch erkenntnistheoretisch soll sie neue Wege gehen. In der Kritik steht das humanistische Denken europäischer Methodologie, bei der „die Rolle des Subjekts gegenüber dem Objekt das eines schöpferischen Agenten von Bedeutung, einzigartig, zentralisiert und autoritär ist“, und deshalb Periodisierung, Monographien, Form- und Stilanalysen bevorzugt. Doch wie sieht eine methodisch differenzierte, plurale Forschung in der Architekturgeschichte aus? Wie funktioniert sie in der Praxis? Braucht sie den nicht-kanonisierten Fall, um erkennbar zu werden? Kann sie sich selbst als Theorie (oder Theorien) besser kenntlich machen? Sind manche dieser Theorien nicht bereits in der Moderne selbst vorhanden? Oder ändert sich der wissenschaftliche Forschungsbegriff und damit das ganze epistemische System, auf dem auch die Architekturgeschichte ruht? Helfen oder schaden KI-Modelle bei der Neuorientierung? Und wie bezieht man diese Überlegungen konkret in die Lehre ein?

Diese und andere Fragen sollen in der Lecture Series im Studienjahr 2026/2027 am Institut für Kunst und Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien gestellt und vielleicht auch beantwortet werden. Eingeladen werden Architekturhistoriker_innen aus verschiedenen Kontexten, die sich mit diesen Fragen beschäftigen und aus dieser Perspektive ihre Forschungsansätze vorstellen und diskutieren wollen.

Sprache: Englisch

Dr. Yuri Primarosa
Gallerie Nazionali di Arte Antica, Rome

Prof. Dr. Kathleen James-Chakraborty
University College Dublin, School of Art History

Ein Vortrag von Prof. Dr. Zeynep Kuban, Technical University Istanbul, Faculty of Architecture.

Architekturgeschichte ist ein wesentlicher Bestandteil der Architekturausbildung, wird jedoch häufig in Form von Frontalunterricht, in überfüllten Hörsälen, mit umfangreichen Leseaufgaben und auswendig gelerntem Stoff vermittelt. Für viele Studierende, insbesondere für diejenigen mit begrenzten Vorkenntnissen in Geschichte, kann das Fach dadurch fern und losgelöst von ihrer eigenen Erfahrung mit Architektur und der Stadt wirken.

Diese Vorlesung untersucht alternative Ansätze, die im Rahmen der Lehre an der Technischen Universität Istanbul entwickelt wurden. Ziel ist es, von der Vermittlung historischer Informationen hin zu aktivem und partizipativem Lernen überzugehen. Im Rahmen des Projekts Palimpsest Cities erkundeten die Studierenden Istanbul durch Stadtrundgänge, Diskussionen, Rollenspiele, gemeinschaftliche Aufgaben, Spiele und pädagogische Modelle. Anstatt lediglich über die Stadt zu schreiben, wurden sie dazu angeregt, ihre historischen Schichten auf kreative Weise zu interpretieren und zu vermitteln.

Ein zweites Beispiel ist eine Sommerschule, die an der archäologischen Stätte von Limyra in der Türkei organisiert wurde und in der Architekturstudierende durch die direkte Auseinandersetzung mit einer archäologischen Stätte lernen, wobei Vorlesungen, Beobachtung, Dokumentation, praktische Arbeit und Teamarbeit miteinander kombiniert werden. Obwohl das Programm weder Noten noch Leistungspunkte vergibt, zieht es eine bemerkenswert hohe Zahl von Bewerbern an.

Diese Erfahrungen werfen eine zentrale Frage auf: Wie kann Architekturgeschichte zu einer aktiven, kontextbezogenen und anregenden Lernform werden, anstatt ein Fach zu sein, das in erster Linie auf Zuhören, Lesen und Auswendiglernen basiert?

Zeynep Kuban (1964) ist Professorin für Architekturgeschichte an der Technischen Universität Istanbul und hat einen Bachelor-Abschluss in Archäologie und Kunstgeschichte. Sie leitet die Master- und Promotionsstudiengänge im Fach Kunstgeschichte an der ITU. Neben ihrer Tätigkeit an der ITU lehrte sie als Gastprofessorin an der TU Berlin, der BTU Cottbus und der LMU München. Sie war an verschiedenen archäologischen Feldforschungsprojekten beteiligt und ist stellvertretende Leiterin der Ausgrabungen in Limyra (Türkei). Indem sie Bildung, Feldforschung und soziales Engagement miteinander verband, organisierte sie mit ihren Architekturstudierenden Sommerschulen und Workshops für die Kinder des Dorfes Limyra, um eine Bindung zum archäologischen Erbe und zur natürlichen Umwelt aufzubauen. Im Sinne ihres Verständnisses von Bildung außerhalb des universitären Rahmens organisiert sie gemeinsam mit einem Team von Kollegen Sommerschulen, um Architekten als aktive Akteure an archäologischen Stätten auszubilden. Außerdem engagiert sie sich in Workshops mit Studierenden für Grundschulkinder in Istanbul. Gleichzeitig war sie an Projekten wie „Palimpsest Cities“ zu alternativen Lehrmethoden in der Architekturgeschichte beteiligt.

Sie war Gastwissenschaftlerin in Princeton, ist korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, Mitglied der Koldewey-Gesellschaft sowie Mitglied des Nationalkomitees von ICOMOS Türkei.

Ihre allgemeinen Publikations- und Forschungsschwerpunkte sind Archäologie im Kontext, Institutionsgeschichte sowie Kunst und Architektur des frühen 20. Jahrhunderts.

...Mehr lesen

eSeL ist dein verlässliches Infoportal für Kunst, Kultur und Events in Wien und ganz Österreich. Finde aktuelle Tipps zu Ausstellungen, Museen, Theater, Performances, Kino und weiteren kulturellen Highlights.

Newsletter

eSeL Mehl abonnieren & jeden Donnerstag Kunst, Kultur & eSeL-Fotos im Postfach haben. Kostenlos. Kuratiert. Überraschend. >;e)

Social Media

Die über eSeL.at bereitgestellten Kunst- und Kalenderdaten werden nicht nur als kuratierter Service für neue und bestehende Kunstinteressierte aufbereitet, sondern zugleich als digitales europäisches Kulturerbe der Allgemeinheit sowie der wissenschaftlichen Nutzung zugänglich gemacht. In Österreich sind diese Europeana-Archivdaten über die Plattform Kulturpool abrufbar: https://kulturpool.at/institutionen/esel

Über uns

Newsletter abonnieren

Kontakt

Terminvorschlag

Partner*innen

Projekte

Presse

rewind.esel.at (BETA) 

Datenschutz

Impressum

AGB