Studio Visit: Bogdana Kosmina

Architektur Zeitgenössische Kunst Zivilgesellschaft Geschichte Offenes Atelier
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2 Termine
Freitag 10. April
Samstag 11. April

ATLAS (АТЛАС): Vernacular Hardcore

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 widmet sich die Architektin Bogdana Kosmina einem außergewöhnlichen Familienerbe: dem „Atlas traditioneller ukrainischer Wohnhäuser“ (19.–20. Jahrhundert).

Ursprünglich von ihrer Großmutter Tamara Kosmina – Ethnografin und Architektin an der Kiewer Akademie der Wissenschaften – konzipiert, wurde das Archiv über drei Generationen von Frauen weitergeführt. Heute umfasst es Karten, Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien, die auf ethnografischem Material von Pionieren wie Fedir Vovk und Maria Toren basieren. Seit 2023 digitalisiert Bogdana Kosmina diese verstreuten Quellen und verwandelt sie in ein lebendiges Werkzeug, um den Wiederaufbau ukrainischer Volksarchitektur unter Kriegsbedingungen zu verstehen.

Ihr Projekt Atlas Vernacular Hardcore fragt: Wie entsteht Architektur in Zeiten der Krise? Nicht als geplanter Prozess, sondern als „emergency vernacular“ – ein Zusammentreffen von Tradition, DIY-Strategien und Improvisation. Im Fokus steht der kollaborative Wiederaufbau als konkreter Entwurf einer Zukunft, wenn die Gegenwart kaum fassbar scheint.

2026 ist Bogdana Kosmina im Rahmen des Artists Solidarity Program Europe (ASoP) des BMEIA zu Gast am Volkskundemuseum Wien. Hier erschließt sie nicht nur das historische Material, sondern untersucht, wie in der Ukraine zerstörte Gebäude jenseits offizieller Pläne wiederaufgebaut werden: als direkte, oft informelle Reaktion auf die Not des Krieges.

Highlights der Residency

Studio Visit im Kollektiv Kaorle
Fr, 10. und Sa, 11.4.2026, 16 bis 19 Uhr
Bogdana Kosmina öffnet ihr Atelier und gibt Einblicke in ihre Arbeit mit dem Atlas, aktuelle Recherchen und Projekte zum Wiederaufbau.
Ort: Kollektiv Kaorle, Otto Wagner Areal, Pavillon 21

Public Program im Herbst 2026
Eine Gesprächsreihe begleitet die Residency und lädt zum Austausch über Architektur, Widerstand und soziale Innovation ein.

Ausstellung von Ende September bis Ende Oktober 2026 im MAGAZIN. Space for Contemporary Architecture x, Rembrandtstraße 14/1A, 1020 Wien
architektur-im-magazin.at

Atlas Vernacular Hardcore ist ein kollaboratives Unterfangen, das bereits im ukrainischen Pavillon der Architektur-Biennale Venedig 2025 präsentiert wurde. In Wien wird das Projekt fortgesetzt – als Dialog über traditionelle Hausformen, grassroots-Initiativen und die Gestaltung von Zukunft in unsicheren Zeiten.

Information & Programm: atlas-vernacular-hardcore.org
Gefördert von BMEIA – Bundesministerium Europäische und internationale Angelegenheiten

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