Zwischen 1995 und 2011 drehte Jeff Preiss 2.500 Rollen 16-mm-Film nach den Konventionen des Home-Movies, wandte dabei aber zugleich Regeln und Techniken an, die er als einflussreicher Kameramann entwickelt und verfeinert hatte. Durch rigorose Montage und die Beibehaltung der Chronologie direkt in der Kamera entstand daraus der Film STOP.
STOP durchläuft eine Vielzahl von Themen – den Alltag einer Familie, die Gründung und dreijährige Programmgeschichte der Orchard Gallery, eine von Rem Koolhaas in Auftrag gegebene Studie zur architektonischen Kinematografie, die erschütterte Atmosphäre New Yorks nach dem 11. September. Preiss gliedert die Bildsequenzen präzise in vier halbstündige Programme, die jeweils durch die Rollennummern des Filmmaterials aus dem Labor zu einem Index verbunden werden.
Im Spannungsfeld zwischen dem Persönlichen und dem Strukturellen bemerkt Preiss: „Im Zentrum steht nach wie vor mein Kind.” Wir sehen Isaac Preiss über sechzehn Jahre heranwachsen – in alltäglichen Szenen seiner Jugend, während der Film zugleich in die Räume seiner inneren Welt vordringt – und werden dabei Zeug*innen der Fragen und Erfahrungen, die mit einer Veränderung seines Geschlechtsausdrucks einhergehen.