Slough-ing off; Orbit of Otherness
Darstellende Kunst Musik Performance
Verbindung zu esel.at
Sunggu Hong (KR/AT) & Lens Kühleitner (AT)
Work-in-progress Showing // Bräuhausgasse 40, 1050 Wien // pay as you wish/can // Drinks & Buffet
Konzept & Performance: Sunggu Hong
Live-Sound-Performance: Lens Kühleitner
3D-gedruckte Installation: So Young Park
Coaching: Asher Ó Gormáin
Musik: Koreanische Musik, die während der japanischen Kolonialherrschaft entstand
Support / Dank an: Im_flieger & YI-UM Collective
»Slough-ing off; Orbit of Otherness« untersucht die Themen Angst und Andersartigkeit aus einer dekolonialen Perspektive. Wir finden vielleicht nicht die Schlange – das „Andere“, das wir fürchten –, sondern nur ihre abgestreifte Haut, die Spuren und Orbits der Andersartigkeit.
Wenn Angst als grundlegende Bedingung von Relationalität und nicht als individuelle Emotion verstanden wird, wird die Angst vor dem Anderen durch Beziehungen ständig neu gestaltet. Dies eröffnet die Möglichkeit, das Andere auf eine neue Art und Weise zu betrachten, indem wir fragen: Was und wo ist dann das Andere, das wir fürchten?
“As everyone has pointed out, alterity for the black man is not the black but the white man.” (Frantz Fanon. Black Skin, White Masks. 1953)
Die Natur der Kolonialisierung ermutigt uns, den „Anderen“ zu überwachen, zu diskriminieren und zu unterdrücken. Ausgehend von der dekolonialen Perspektive von Frantz Fanon versteht das Projekt Andersartigkeit als etwas, das durch Machtstrukturen und systemische Beziehungen hervorgebracht wird und nicht von den Anderen selbst ausgeht.
“Intersubjectivity does not mean ‘equality’, a literally deadly game in dogland; but it does mean paying attention to the conjoined dance of face-to-face significant otherness.” (Donna Haraway. The Companion Species Manifesto. 2003)
Donna Haraways Konzept der signifikanten Andersartigkeit erkennt die Verflechtung von Menschlichem und Nicht-Menschlichem an und betrachtet Andersartigkeit als vielfältig, wandelbar und relational. Angst wird in dem Projekt als strukturell erzeugte Andersartigkeit interpretiert – nicht als etwas, das von anderen ausgeht – und betont unsere Verflechtung mit ihnen. Letztendlich stellt es die Frage: Wie sollen wir mit der Angst vor dem Anderen – vor der Andersartigkeit – zusammen mit anderen leben?
Asher Ó Gormáin (IE/AT) ist eine irische Künstlerin, die als Performanceschaffende, Dramaturgin und Dozentin in Wien tätig ist und sich in ihrer Arbeit mit choreografischen und visuellen Kunstpraktiken beschäftigt. Ihre Arbeit befasst sich intensiv mit Objekten und Materialien, um die taktilen, sinnlichen und existenziellen Dimensionen des „Gewöhnlichen“ zu erforschen und anthropozentrische Perspektiven in Frage zu stellen. Als Dramaturgin betrachtet sie Zusammenarbeit als einen Prozess der Weltgestaltung – sie taucht durch Dialog, Achtsamkeit und kritische Einstimmung in die Ökologie der Ideen, Körper, Geschichten und Wünsche von Künstler:innen ein. Asher hat einen BA (Hons) in Choreografie vom Dartington College of Arts, ein Diplom von der SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance und einen MA in Bildender Kunst (TransArts) von der Universität für angewandte Kunst Wien. www.asherogorman.com
Lens Kühleitner (AT) ist eine in Wien lebende Musiker:in, Performer:in und Komponist:in und arbeitet an der Schnittstelle von Klang, Bewegung und Performance. Die künstlerische Praxis entfaltet sich in Theater-, Tanz- und Performancekontexten mit einem Schwerpunkt auf kollaborativen und performativen Zugängen zur Musik. Lens Kühleitner arbeitete unter anderem mit Olivia Hild, Mzamo Nondlwana, Oneka von Schrader, Lau Lukkarila & Luca Bonamore, Claire Lefèvre, Veza Fernández, Shabnam Chamani sowie Sunggu Hong & So Young Park zusammen. Arbeiten von Lens Kühleitner wurden unter anderem im Tanzquartier Wien, brut Wien, Kosmos Theater, Schauspielhaus Wien, im Slowakischen Nationaltheater, bei Köttinspektionen Dans sowie an der TdK Zürich präsentiert. Zu den jüngsten eigenen Arbeiten zählt die Performance „trace my layers, thrust your gut“ (mit Olivia Hild, brut Wien, 2025).
Sunggu Hong (KR/AT) ist ein in Wien lebender Künstler, der im Bereich der bildenden und der performativen Kunst arbeitet. Er studierte Bildende Kunst in Südkorea und Darstellende Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien. „Beziehung“ bildet ein zentrales Konzept seiner Praxis, durch das er fragt: „Wie sollten/können wir innerhalb von abhängiger, verflochtener und komplexer Beziehungen zusammenleben?“ und „Warum entstehen Entfremdung und Hass innerhalb dieser Verflechtungen?“ Sein aktuelles Interesse gilt dem Verhältnis zwischen Mensch und Nicht-Mensch. Durch die Fokussierung auf ihre gegenseitige Abhängigkeit und Verflechtungen versucht er, eine anthropozentrische Perspektive zu dekonstruieren und unsere komplexen Beziehungen, ihre Ereignisse sowie Formen des Zusammenlebens neu zu betrachten. Die Leitfrage, die seinen gesamten Arbeitsprozess durchzieht, lautet: „Wie werden wir voneinander großgezogen?“