Sehnsuchtsräume

Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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2 Termine
Mittwoch 9. September
9. Sep.
Mi
19:00
Eröffnung bis 21:00
Eröffnung
Donnerstag 10. September - Dienstag 20. Oktober
Do 10. Sep. -
Di , 20. Okt.
Ausstellung
Sehnsuchtsräume

Warum sehnt man sich nach einem Raum? Der Erinnerungen wegen? Weil man ein Erlebnis in einer anderen Welt weiterträumen möchte? Oder weil er andere Sphären, Stimmungen und Wege eröffnet, die Grenzen des Alltäglichen aufbricht und imaginäre Weiten offenbart? Es sind Räume jenseits der Realität, die sich in unseren Köpfen frei entfalten. Die Ausstellung ist ein Impuls, eine Anregung für die eigene Fantasie und für die Freiheit neuer Gedankendimensionen.

William-Josh Beck hält den Moment fest, in dem das Meer auf das Festland, den Sandstrand trifft. Eine Linie scheint die beiden Aggregatzustände zu trennen, und doch verraten die Strukturen beider Flächen Bewegung und permanente Veränderung. Das Betrachten der Trennlinie steigert sich zu einem meditativen Prozess, zu einem Verweilen im Moment, in dem das Unterbewusste das Bewegen der Linie übernimmt.

Auch bei Jean-Paul Dumas-Grillet sind es Fotos, in denen die Zeit innehält, um darin neue Bilder und Geschichten zu entdecken: die Ferne, nichts als Meer und doch verlockend einladend; eine eben verlassene Bettlandschaft mit dem Duft der Ereignisse der Nacht oder mit einem Buch, das von vertraulicher Nähe erzählt. Wenn sich ein rot verhangener Raum im Spiegel verdoppelt und die Spiegelung gleichsam zur Öffnung in eine andere Wirklichkeit wird, nährt die Imagination die Sehnsucht nach dem Verborgenen.

Esther Hagenmaier denkt den konkreten Kunstbegriff neu. Sie lichtet Architekturlandschaften so ab, dass das reale Motiv in völliger Gegenstandslosigkeit aufgeht. Sie transformiert bestehende Architektur und konstruierte Räume in konstruktive mathematisch-geometrische Kompositionen. Ausschnitte aus Linien, Kanten, Licht- und Schattenflächen oder Perspektiven voneinander entfernt liegender Ebenen eröffnen fremde, irreale Raumatmosphären.

Das Weltall ist ein allumfassender Raum, der nicht fassbar und doch für alle gegenwärtig ist. Alexandra Roozen geht in ihren subtilen Bleistiftzeichnungen einen Schritt weiter und schafft ein eigenes Universum. Mit bloß einer Kante teilt sie Licht und Schatten, gibt dem Nichts Körper, macht das Unbegreifliche lesbar und lässt gleichzeitig alles offen. Mit stiller Geometrie formuliert sie Zustände und kreiert Rückzugsorte, die nicht Stillstand, sondern Rhythmus implizieren.

Himmel und Hoffnung. Meer, soweit das Auge reicht. Doch was wartet hinter dem Horizont? Robert Staudinger fotografiert auf Schiffsreisen Horizont, Himmel und Hoffnung – von beiden Seiten. Fotografie als Malerei, als Konzeptkunst. Die Kamera ist für ihn der Pinsel unserer Zeit. In seiner Bildpoesie zeigt er den Menschen als Bestandteil der Natur, des Ganzen. Er bezieht ihn kritisch ein, ohne ihn abzubilden. Es sind Gemälde, denen das Außergewöhnliche, das Ungewisse anhaftet, weil sie auf das Dahinter verweisen.

Eduardo Vega de Seoane musiziert mit Pinsel und Farbstiften zu Jazzrhythmen leichte, unbeschwerte Gegenstandslosigkeit auf die Leinwand. Seine Kompositionen überschreiten mühelos und stets in Symbiose mit dem Malgrund die Grenzen des Formats und jedweder Enge. Kunst strebt nach Freiheit. Eduardo Vega de Seoane überwindet mit spielerischer Neugier Konventionen. Malen ist sein Lebenselixier, und diese Leidenschaft erschließt ihm Räume ohne Schranken.

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