Sculptür 26/2: Lisa Reiter
Zeitgenössische Kunst Installation
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EVA BLUT hat seit November 2024 eine neue Adresse in der Kirchengasse 19, 1070 Wien.
Die großzügige Raumkonzeption erlaubt es auch, aktuelle Kunstpositionen zu würdigen - genauer gesagt: vier mal jährlich skulpturale Installationen/Positionen von zeitgenössischen Künstler*innen.
Lisa Reiter verortet sich mit ihren Arbeiten im Bereich der Skulptur und Installation. Sie ist fasziniert von den verschiedenen Dimensionen von Räumen – sei es der physische Arbeitsraum, die häusliche Umgebung mitsamt den darin verhafteten Vorstellungen, oder die unsichtbaren oder sichtbaren zwischenmenschlichen Räume, die wir bewusst oder unbewusst gestalten. Spuren, die menschliche Interaktionen hinterlassen, und die Frage, wie Räume Realität und Utopie formen, sind zentrale Themen in ihren Arbeiten. Lisa Reiters Materialsprache umfasst sowohl gefundene Objekte als auch präzise gefertigte Objekte, die stets ein großes Interesse am Material betonen.
Ihre Arbeiten greifen unter anderem den Rhythmus von vergitterten Fenstern, Zäunen und verschiedenen architektonischen Elementen der Begrenzung auf und thematisieren diese als scheinbar durchlässige Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Raum. Bezugnehmend auf Christopher Bardts Buch The Feeling of Spaceversteht Reiter Raum als etwas, das durch menschliche Interaktion geformt wird – und Räume wiederum Interaktionen beeinflussen. Laut Bardt ist das, was wir als „spatial stability“, sozusagen räumliche Beständigkeit wahrnehmen, eine soziale Konstruktion, die durch unsere täglichen Gewohnheiten, gesellschaftliche Konventionen und architektonischen Strukturen geformt und aufrechterhalten wird.
Lisa Reiter versteht das Gitter nicht nur als eine neutrale, geometrische Anordnung, sondern auch als Symbol von Besitz, Kontrolle und dem Wunsch, etwas zu beschützen. Ihre Arbeiten lassen darüber reflektieren, wie das Gitter zu einer physischen wie symbolischen Schwelle wird, welches subtile soziale Normen sichtbar macht und wie Eigentum und Klasse Teilhabe, Nachhaltigkeit und kollektives Wohl beeinflussen.
Lisa Reiter *1994 in OÖ, lebt und arbeitet in Wien. Derzeit studiert sie an der Kunstuniversität Linz, Abteilung Plastische Konzeptionen / Keramik (MA), sowie an der Klasse Ortsbezogene Kunst (Diplom) an der Universität für angewandte Kunst, Wien. 2021 erhielt Lisa Reiter den Morgenstern-Preis des Landes Steiermark, 2025 war sie für das Ö1 Talentestipendium nominiert und erhielt ebenso den Linzer Soropomist-Künstlerinnen Preis. Ihre Werke sind in der Neuen Galerie des Universalmuseums Joanneum und in der Sammlung der Stadt Graz vertreten. Neben verschiedenen Ausstellungen in Österreich wurden ihre Werke auch in Berlin, Budapest und Zagreb gezeigt.
Die Eröffnung für Lisa Reiter wird auch von einer Finissage der SCULPTÜR 26/1 mit Peter Sandbichler begleitet, um so den im März ´26 gemeinsam begonnenen Arbeitsprozess mit einer Präsentation erster Ergebnisse/Studien abzuschließen.