Robert Beavers. Die ausgestreckte Hand

Öffentlichkeit Präsentation
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1 Termin im Archiv
Freitag 19. November 2010
19. Nov. 2010
Fr
18:00
Robert Beavers. Die ausgestreckte Hand

Robert Beavers. Die ausgestreckte Hand

19. bis 28. November 2010

Die zwanzig Filme des Amerikaners Robert Beavers stellen eine besondere Art der Einladung dar. Sie entführen in ein Reich der Wunder, das so - in dieser geheimnisvollen, elektrisierenden, immens verdichteten Form - nur im Medium Tonfilm zu haben ist. Ihre Schauplätze und Referenzen läuten allerdings eine ­ältere Kulturgeschichte herbei: Florenz, Venedig und Griechenland, Zürich und Berlin, das steirische Stift Rein und der Salzburger Mirabellgarten, die Skulpturen und Gemälde der Renaissance, die Schriften von Leonardo, Ruskin oder Rilke. Die Orte erzählen davon, dass Beavers (geboren 1949 in Massachusetts) primär in Europa lebt - in steter Bewegung, seit 1967. Und der Gesamttitel, den er dem Zyklus seiner Werke gegeben hat, deutet an, welche Art von Sinnlichkeit die Filme bestimmt: “My Hand Outstretched to the Winged Distance and Sightless Measure”.

Darin steckt eine Idee von filmischer Präsenz und Plastizität, die keiner Special Effects bedarf. Der Sinnesrausch, der Beavers-Filme auszeichnet, ist unentfremdet, unmittelbarer als jeder 3D-Film und ganz aus dem ureigenen Material des Gefilmten und des Filmens hervor getrieben. Im Titel verbirgt sich durchaus Praktisches: Die ausgestreckte Hand. Der geflügelte Abstand (oder auch: Ferne, Wegstrecke, Zwischenraum, Zeitraum). Sowie das blinde Maß - ein Begriff, der unter anderem besagt, dass Beavers bei der Montage kaum je das Bildfenster des Schneidetischs im Auge hat, sondern den Filmstreifen selbst, und dass er dabei stark auf die Erinnerung an den Moment des Filmens vertraut. Daraus entsteht, so Harry Tomicek, “ein filmisches Atmen. Ein Austrag von Sprechen und Schweigen, zwischen Verborgenheit und dem Hervortreten ins Offene. ­Robert Beavers ist der vermutlich einzige Filme-macher der Welt, der sein Werk vom Geheimnis dieses Geschehens künden lässt”.

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