Refresh

Zeitgenössische Kunst Bildende Kunst Gruppenausstellung Ausstellung
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1 Termin
Samstag 30. Mai - Samstag 29. August
Sa 30. Mai -
Sa , 29. Aug.
Ausstellung
Refresh

Ju Aichinger, Katya Frei, Enrique Harm, Tina Herchenröther, Sigmund Hutter, June Hwajung, Hanne Jannasch, Mariella Lehner, Linou Meyer, Natalie Neumaier, Robert Puteanu, Yao Wang, Juewen Zhang

Die Welt befindet sich derzeit in einem Zustand, in dem man am liebsten auf einen Refresh-Button drücken möchte. In diesem Sinne würde ein Refresh bedeuten, sich von den multiplen Krisen zu befreien, die uns täglich über die Medien erreichen. Besonders die jüngeren Generationen sind mit drängenden Fragen konfrontiert, die auch in der zeitgenössischen Kunst omnipräsent wirken: Wie können wir unsere Gegenwart verstehen, wie Zuversicht für eine friedliche Zukunft schöpfen? Wo finden wir Ressourcen für Resilienz? Wie können wir mit einer taumelnden Welt umgehen und dabei dennoch Freude und Lust bewahren? Haben wir Handlungsspielräume, um unsere aktuelle Situation zu „refreshen“? Und welche Rolle spielt die zeitgenössische Kunst in diesem Versuch, unsere Hoffnungen, Visionen und Energien diesen Sommer neu zu beleben?

Die Ausstellung Refresh lädt junge Künstler:innen aus unterschiedlichen künstlerischen und kulturellen Hintergründen zu einer Gruppenausstellung nach Klagenfurt, in den Süden Österreichs ein. Kärnten im Sommer, und der Wörthersee im Besonderen, sind seit über 100 Jahren ein Ort, an den Menschen zur saisonalen Erfrischung kommen. Auch Kunst kann dafür Anlass bieten, die Galerie wird so zum Ort der Reflexion, des Zusammenkommens, des Krafttankens aber auch des ästhetischen Genusses; gelebte Diversität und Miteinander prägen die Ausstellung mit erfrischend neuen Positionen. Die geladenen Künstler:innen stammen aus Belarus, China, Deutschland, Kolumbien, Rumänien, Südkorea sowie Österreich und somit kann auch die Kunstszene der Region von einem Refresh profitieren, von einem Austausch mit jungen Szenen, die in urbanen Zentren brodeln.

„Give me hope, help me cope“ betitelt Yao Wang eine Skulptur, die mit einem Augenzwinkern die aktuelle Fitnesswelle thematisiert – Sport als Bewältigungsstrategie und gleichzeitig Selbstoptimierung ist derzeit omnipräsent. Er sieht die Arbeit als „verletzliche Bitte um Unterstützung in einer Zeit, die von anhaltenden Krisen geprägt ist“ und der Umgang damit zur täglichen Übung geworden ist. Die aufstrebende Bildhauerin Hanne Jannasch spricht mit ihren Markierungsbojen aus Waschbeton, die sich durch den Raum schlängeln, eine seltsame sommerliche Nostalgie und Sehnsucht an: „Im Angesicht sich überschlagenden Krisen liegt die Versuchung nahe, sich in eine alte Zeit zurückzuwünschen“, so die Künstlerin.

Ju Aichinger schichtet unterschiedliche Zeitebenen und Materialien, sie beschäftigt sich mit dem „Einrahmen und Festnageln“ hoffnungsvoller Momente. Sie fordert ein Innehalten und Aushalten heraus. In Mariella Lehners kleinen auf den ersten Blick schön-schillernden Arbeiten geht es um Trauer und Führsorge sowie Wahlverwandtschaft und emotionale Nähe. Auch sie schichtet, überarbeitet und collagiert und sieht darin einen Versuch „eine Welt zu verstehen und mit ihr umzugehen (…), in der Bedeutung durch Anhäufung, Widerspruch und Kontinuität entsteht.“

Ebenfalls nostalgisch, traumhaft, aber auch farbprächtig beschreibt Robert Puntenau seine fotographischen Fantasien, während Enrique Harm mit dem Pinsel fiktionale und theatralische Welten schafft, hybride Figuren ins Spiel bringt und von „Atmosphäre, Verwandlung und Intensität“ erzählt. Er spielt dabei bewusst mit historischen Referenzen zu tropischen Bildwelten Lateinamerikas. Lebensfreude und Wandlungsfähigkeit werden aktiviert.

Quer durch die Ausstellung ziehen sich auch queere Fantasien und Strategien und immer wieder üppige Farbigkeit, wie etwa bei Tina Herchenröther, die körperliche Selbstbestimmung und Liebe verhandelt, abseits von Beeinträchtigung, normativen Zuschreibungen und Körperidealen. June Hwajungs farbenprächtige Serie „Domestic Disorientation“ setzt sich mit der fragilen Stabilität alltäglicher Räume auseinander und macht uns mit seiner virtuosen Collagetechnik aus Seidenpapier und Malerei bekannt. Statt um dramatische Brüche geht es in seiner Werkserie um kleine Wahrnehmungsverschiebungen und Neugestaltung. Das übereinander Schichten, das Sammeln und in Beziehung setzen spielt auch bei Natalie Neumaiers feingliedrigen Zeichnungen eine Rolle. Sie sieht im „Zeichnen eine Möglichkeit anders zu werden.“ Juewen Zhang erinnert uns in seinen akribischen Scheitelportraits, bei denen er abertausende Haare nicht durch klassisches Zeichnen, sondern durch eine zeichnerische Technik des Ausradierens schafft, dass ein Perspektivenwechsel beruhigend sein kann und Neues eröffnet.

Humor, Handarbeit und Recycling bringt Sigmund Hutter in seinen Werken zusammen. Er hat für die Ausstellung aquatische Miniaturen gefilzt. Die deutsche Malerin Linou Meyer zeigt erfrischend abstrakte Bilder und ruft uns zu: „Vereinzelung bedeutet schachmatt für die Kunst und für unsere Welt!“

Refresh vereint eine vielfältige Auswahl aufstrebender Künstler:innen und bietet ein sommerliches Ausstellungserlebnis für ein regionales Publikum, Familien, Tourist:innen sowie Kunstsammler:innen und stellt neue Stimmen und Talente vor. Ziel von Refresh ist Austausch, kritische Auseinandersetzung aber auch Genuss und ein lebendiges, sommerliches Kunsterlebnis in Klagenfurt.

Versäumen Sie nicht den Auftakt mit den Künstler:innen!

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