Quo Vadis, Aida? Frauen, Krieg, Flucht

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Montag 5. Juli 2021

Quo Vadis, Aida?
Jasmila Zbanic | AT/BX/RO/PL/FR/NL/DE 2020 | 104 min | OmU
Mit: Jasna Duricic, Izudin Bajrovic, Boris Ler, Dino Bajrovic, Edita Malovcic u.a.
Ab 25. Juni täglich im Filmcasino

Sonder-Veranstaltungen:

Mo, 5.7., 19 Uhr, Filmcasino: Film + Gespräch:
Frauen, Krieg, Flucht. Am Podium: Amila Širbegović (Architektin, Migrations- und Stadtforscherin & Kuratorin der Ausstellung „Nach der Flucht“), Selma Nisić (Zeitzeugin), u.a. , Moderation Angela Wieser (Initiative Minderheiten).

Bosnien, Juli 1995. Aida (großartig: Jasna Djuričić) ist Lehrerin und arbeitet als Übersetzerin für die UN in der Kleinstadt Srebrenica. Als die serbische Armee die Stadt einnimmt, gehört ihre Familie zu den Tausenden von Menschen, die im UN-Lager Schutz suchen. Aida hat als Dolmetscherin in den Verhandlungen Zugang zu entscheidenden Informationen. Sie versucht dabei, Lügen und Wahrheiten auseinanderzuhalten, um herauszufinden, wie sie ihre Familie und ihre Mitbürger*innen retten könnte. Die Lage spitzt sich zu, als ihr Ehemann, Direktor der örtlichen Schule, Srebrenica bei den Verhandlungen mit dem bosnisch-serbischen General Ratko Mladic vertreten soll.

Der Oscar-nominierte Film der bosnischen Regisseurin Jasmila Žbanić (Goldener Bär für ‚Grbavica‘) wurde von der internationalen Kritik als ein Höhepunkt der Filmfestivals in Venedig und Toronto bejubelt. Žbanić wuchtiger Film ist atemberaubend spannend und zeichnet sich durch seinen feministischen Blick aus: Hier kämpft eine starke Frau wie eine Löwin auf aussichtslosem Posten in der männlichen Welt des Krieges. Unvergesslich bleibt der durchdringende Blick dieser Frau und das tief berührende Ende. Eine andere Welt, eine Welt des Miteinanders, scheint möglich.

Aidas Schicksal steht für das einer ganzen Generation von Frauen, die den Krieg in Bosnien überlebt haben. Mehr als 8000 – fast ausschließlich männliche – Zivilisten wurden bei dem als Genozid eingestuften Massaker von Srebrenica von der bosnisch-serbischen Armee ermordet. Neben den grausamen Taten der Armee von Ratko Mladic wurde im Zusammenhang mit dem Massaker auch die Rolle der Vereinten Nationen scharf kritisiert. Zum 25. Mal jährte sich das Massaker von Srebrenica im Juli 2020 und bis heute erscheint es unbegreiflich, dass es vor den Augen der Staatengemeinschaft, mitten in Europa, zu einer solchen Katastrophe kommen konnte.

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