Queer Design Practices: Working with Young LGBTQ+

Urbanismus Design Zivilgesellschaft Vortrag
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1 Termin
Freitag 6. März
6. März
Fr
18:00
Vortrag
Queer Design Practices: Working with Young LGBTQ+
3.06

Welche Formen von Leben unterstützt dieser Ort? Ulrike Steven teilt queere Designpraktiken und Einblicke in kreative Kollaborationen mit jungen LGBTQIA+ Menschen. Im Rahmen der Gender Studies Vorlesung von Elke Gaugele und Elke Krasny.

Der Vortrag Queer Spatial Design Practices von Ulrike Steven untersucht Methoden, wie man mit Ideen und kollektivem Handeln Raum einnehmen kann. Aus der Perspektive einer queeren Ökologie hinterfragt die Arbeit binäres Denken und stellt Verbindungen zwischen ökologischer und kultureller Vielfalt und den Kräften her, die die Stadtgestaltung prägen.

Im Mittelpunkt steht Perfect Flower, eine performative Aktionsreihe, die sich für das Wilde, Ungezähmte und Chaotische als lebenswichtige Kräfte für das Überleben einsetzt. Das Projekt fungiert als eine Form des räumlichen Widerstands gegen Heteronormativität und schafft Raum für Fluidität und Mehrdeutigkeit. Vor dem Hintergrund streng kontrollierter städtischer Umgebungen wurde es in Zusammenarbeit mit jungen LGBTQ+-Menschen entwickelt.

Geleitet von der Frage „Welche Art von Leben unterstützt dieser Raum?“ untersuchten die Teilnehmenden ihren lokalen Kontext durch Begehungen und kollektive Reflexion. Anschließend schufen sie aus wiederverwertetem Karton tragbare „Körper-Strapon-Vorrichtungen“ – verspielte, schützende und provokativ mehrdeutige Strukturen, die sie in wunderschöne, widerspenstige Wesen verwandelten, die sich normativen Definitionen widersetzten. Die Workshops schufen einen sicheren Raum für Experimente, gegenseitiges Lernen und eine sinnvolle Auseinandersetzung mit denjenigen, die oft von der Stadtgestaltung ausgeschlossen sind.

Die Queer-Ökologie, die auf der Queer-Theorie basiert, hinterfragt vorherrschende Normen in Bezug auf Sexualität, Geschlecht und Biologie. Sie betont die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Menschen, Pflanzen und Tieren und widersetzt sich dem Anthropozentrismus, indem sie das menschliche Leben nicht über die nicht-menschliche Welt stellt, sondern ihr gleichstellt. Der Titel Perfect Flower bezieht sich auf die botanische Klassifizierung von Blumen, die sowohl weibliche als auch männliche Fortpflanzungsorgane enthalten – sogenannte „vollkommene Blumen“, die 90 % der Blütenpflanzen ausmachen. Während die Botanik eine solche Hybridität als normal akzeptiert, gerät die menschliche Kultur bei nicht-binären Verkörperungen in Panik.

Die abschließende performative Aktion wurde im öffentlichen Raum in der Pudding Mill Lane in Stratford, East London, inszeniert. Das in Zusammenarbeit mit der Choreografin Heidi Rustgaard und dem*r Fotograf*in Henri T entwickelte Projekt resultierte in fotografischen Arbeiten, die unser erweitertes Verständnis von Natur, Biologie und Vielfalt durch kollektive Präsenz erzählen.

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