Proben aufs Exempel: Affekt / Produktion

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Mittwoch 29. Mai 2013

Filmprogramm:

Alberto Grifi, Autoritratto Auschwitz / L’occhio è per così dire l’evoluzione biologica di una lagrima, 1965-1968/2007, 35 min
Chantal Akerman, Les Années 80, 1983, 82 min
Eske Schlüters, After the Rehearsal, 2008, 8 min

Vorgestellt von Sabeth Buchmann und Constanze Ruhm, anschließend Gespräch mit Eske Schlüters.

In Alberto Grifis Film L’occhio è per così dire l’evoluzione biologica di una lagrima (1965- 68/2007) versucht Monica Vitti für eine Szene von Michelangelo Antonionis Il deserto rosso (1964), eine Träne zu vergießen: Ein Affekt wird geprobt, der sich nicht einstellen will. Chantal Akerman demonstriert in ihrem spielfilmlangen Trailer zu einem anderen Film (The Golden Eighties, 1986) eine andere Form der Affektproduktion: Den Produktionsprozess ausstellend, überführt sie diesen sogleich in die nächste Stufe der Inszenierung. Probenszenen, Studioaufnahmen und Gesangsnummern bilden dabei einen historischen Paralleldiskurs, bloß ohne das „Gold“. Dieser Umschlag erfährt in After the Rehearsal von Eske Schlüters eine weitere Zuspitzung: Mittels Found Footage zu Chantal Akermans Jeanne Dielman, 23 quai du Commerce, 1080 Bruxelles (1975) rekonstruiert Schlüters das Making-of jenes berühmten Films über eine sich gelegentlich prostituierende Hausfrau und Mutter, deren Alltag in Realzeit gezeigt wird. Die Verschleifung von Proben- und Aufnahmezeit wird dabei auf die Gleichzeitigkeit von Abspiel- und Bearbeitungsprozess, von Lebens- und Arbeitszeit übertragen.

Eske Schlüters lebt in Hamburg. Ausstellungen (Auswahl): KUNST FILM KINO. L’art de cinéma, European Kunsthalle, Köln (2012); Ähnliches und Mögliches - levels of enactment, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (2008); Sehen als Denken sehen, Museum für Gegenwartskunst, Siegen (2006).

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