Pension Monaco, ein Abend von Friedel Winkler
Zeitgenössische Kunst Präsentation
Verbindung zu esel.at
1995, Wien, Mariahilfer Straße 101. Die PENSION MONACO ist längst Geschichte. Geblieben sind abgetretene Spannteppiche, Fototapeten mit Motiven von New York, Palmen und Waldidyllen, Zwischenwände aus Spanplatten, polnische ÖKM-Heftchen (ja, so etwas gab es tatsächlich), ein Safe – für was auch immer – sowie der in einem Kamin versteckte Reisepass afrikanischer Herkunft eines ehemaligen Bewohners. Die PENSION MONACO war eine Billigabsteige für verlorene Seelen und für einige Damen, die die Einzelzimmer für diverse professionelle Tätigkeiten nutzten. Monaco als ferner Traum von einer besseren Zukunft. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir, Peter Achhorner und Friedel Winkler, waren damals auf der Suche nach einem leistbaren Atelier. Rund 200 Faxanfragen hatten wir an Makler und Hausverwaltungen verschickt. Gesucht wurden renovierungsbedürftige Räumlichkeiten – der bauliche Zustand war uns egal, Hauptsache groß und billig. Einige Angebote trudelten ein, meist zu teuer oder uninteressant, bis uns das Maklerbüro `Interpool´ Räumlichkeiten im dritten Hof, Stiege 4, zweiter Stock, anbot. Ein Volltreffer. Die PENSION MONACO war genau das, wonach wir gesucht hatten. Albert und Renate Gerlach schlossen sich uns an, und gemeinsam mieteten wir die halbe Etage.