Passants parmi les Pierres
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Die Ausstellung Passants parmi les pierres, kuratiert vom international renommierten Künstler Thomas Demand, kreist um Bilder, die nicht einfach zeigen, sondern die Wirklichkeit, auf die sie verweisen, zugleich hervorbringen: Wahrnehmung als Konstruktion, Erinnerung als Montage, das Bild als Form von Geschichte. In dieser Bewegung wird das Werk selbst zum Denkraum – nicht als Abbild, sondern als Anordnung von Sichtbarkeit.
Die Ausstellung versammelt 27 Positionen aus Fotografie, Film und Skulptur. Sie alle bewegen sich zwischen Reportage und Rekonstruktion, zwischen beobachtetem Moment und inszeniertem Bild, zwischen historischem Ereignis und seiner Darstellung. Die für die Ausstellung ausgewählten Arbeiten teilen Aspekte des Bildaufbaus, der räumlichen Setzung und in vielen Fällen auch die scheinbar beiläufige, fast unbemerkte Präsenz der Kamera. Häufig erscheinen Figuren vor Architektur, oft von der Kamera abgewandt. Sie legen eine Beziehung zu den sie umgebenden Räumen nahe, die sich bei näherem Hinsehen jedoch eher als Vermutung denn als gesicherter Zusammenhang erweist.
Vom Schriftsteller Clemens J. Setz verfasste Bildlegenden bilden eine eigenständige sprachliche Ebene im Raum. Sie erklären die ausgestellten Werke nicht, sondern begleiten sie mit einer offen subjektiven Kommentierung – als Assoziation, Erinnerung, Beobachtung oder kurze Erzählung. Damit fordern sie die Betrachter:innen zu einer eigenen Lesart auf, statt eine vermeintlich objektive Faktenlage zu behaupten.
Die Ausstellung ist als räumliche Bewegung durch den fjk3 angelegt. Übergänge, Engstellen und Blickachsen erzeugen eine Form des Flanierens, in der Sehen und Denken ineinander übergehen: Passanten zwischen den Steinen.
Mit Werken von:
Tina Barney • Sibylle Bergemann • Martin Boyce • Mohamed Bourouissa • David Claerbout • Tacita Dean • Cai Dongdong • Haris Epaminonda • Omer Fast • Peter Fischli David Weiss • Jens Franke • Ljubiša Georgievski • Luigi Ghirri • Esther Hovers • Jürgen Jürges • Boris Mikhailov • Yoshinori Mizutani • Lucia Moholy • Daido Moriyama • Akihiko Okamura • Daniel Postaer • Denise Scott Brown • Clemens J. Setz • Thomas Struth • Unknown photographer • Anna Viebrock • Jeff Wall • Carrie Mae Weems
Thomas Demand (*1964 in München) ist ein deutscher Konzeptkünstler und Fotograf. Bekannt wurde er durch seine Methode, reale Orte nach medialen Vorlagen als lebensgroße Modelle aus Papier und Karton zu rekonstruieren, diese zu fotografieren und anschließend zu zerstören. Das Foto bleibt als einziges Werk bestehen.
Demand studierte in München und Düsseldorf. Seine menschenleeren, künstlich wirkenden Szenen thematisieren Erinnerung, Wahrnehmung und die mediale Konstruktion von Wirklichkeit.
Seit Mitte der 1990er-Jahre stellt er international aus und ist in wichtigen Sammlungen weltweit vertreten. Er hatte u. a. Einzelausstellungen im MoMA, New York (2005), in der Fondazione Prada im Rahmen der Biennale von Venedig (2007), in der Hamburger Kunsthalle (2008) und in der Neuen Nationalgalerie in Berlin (2009/10). Zuletzt zeigte er Einzelausstellungen im Taipei Fine Arts Museum (2025), im Museum of Fine Arts, Houston (2024), bei Esther Schipper, Paris (2023) sowie im Jeu de Paume, Paris (2023). Thomas Demand ist seit 2011 Professor an der HFBK Hamburg im Studienschwerpunkt Bildhauerei mit Schwerpunkt Fotografie. Er lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles.
Zeitgleich zur Ausstellung Passants parmi les Pierres ist der Künstler Thomas Demand im MAK – Museum für angewandte Kunst mit der Einzelausstellung THOMAS DEMAND. Räume, die von gestern träumen (27.5.2026–24.1.2027) vertreten.