One tires. One deflates.
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
ein Projekt von nathan c’ha * a project by nathan c’ha
Für die Ausstellung „One tires. One deflates.“ entwickelt nathan c’ha ein neues ortsspezifisches und transdisziplinäres Projekt im 8BR1. Ausgehend von einer fortlaufenden Praxis im Arbeiten mit Skizzenbüchern, entfaltet sich die Ausstellung als Sinnieren über Möglichkeiten und untersucht, wie der Körper in seinen physischen, politischen, spirituellen und kulturellen Dimensionen sowohl durch seine Umgebung eingeschränkt wird, als auch Widerstand gegen sie leistet.
c’ha schreibt dazu:
„Der Körper ist etwas weiches, ein formbares, seltsames Objekt, und doch übt er einen so großen Einfluss auf die gesellschaftliche Bewertung eines Menschen aus. Oft scheint es, als würden wir nur seine Oberfläche betrachten und versuchen ihn so lange zu optimieren, bis das ursprüngliche Selbst vollständig kommodifiziert ist. Wir verfügen heute über unzählige Möglichkeiten, unsere Form so zu adaptieren, dass sie einer sozialen Konformität entspricht – dennoch gibt es immer Grenzen. Sollten wir in unserem Originalzustand nicht in exakt dem richtigen Winkel dreh-, zieh- und wendbar sein, lässt uns das oft in einem merkwürdigen, halbtransparenten Schwebezustand zurück.
Über die Jahre habe ich unablässig darauf hingewirkt, eine nicht-binäre Existenz in all ihren Komplexitäten und Herausforderungen anhand meines eigenen Beispiels darzustellen; doch stieß ich allerorts auf Grenzen. Wie stellt man einen Körper dar, der von der großen Mehrheit der Menschen und den meisten politischen Entscheidungsträger*innen nicht als legitim angesehen wird? Man ermüdet. Die Luft entweicht.
Nun steht einem die Entscheidung offen, vom Versuch abzukehren, die Massen verzaubern zu wollen und sich der Zuneigung der ebenso seltsamen wie schönen Menschen zuzuwenden. Oder, sollte man sich noch nicht durch Krankheit und Abnutzung außer Stande sehen, sich zum Widerstand zu erheben - immer wieder aufzustehen. Ich möchte den Körper als ein sich veränderndes Objekt, einen beseelten Gegenstand untersuchen, als ein Gefäß, durch das das Licht scheint und das offenbart, was als Nächstes folgt.”
Diese Überlegungen prägen die Struktur der Ausstellung und entfalten sich in zwei Räumen. Ein Audioguide führt durch beide Räume und begleitet die Besucher*innen auf wechselnden Routen aus Bild und Bewegung, wodurch eine konzeptuelle Brücke zwischen Künstler*in, Publikum und Ort entsteht.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Seth Weiner.
Diese Ausstellung wird gefördert von Stadt Wien | Kultur (MA7), Land Niederösterreich und vom Ministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS).