on tiptoes through the tulips
Zeitgenössische Kunst Theater Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Arnold Berger, Alexandra Kontriner, Andrea Maria Krenn,
Anja Nowak, Wendelin Pressl, Almut Reichenbach, Franz Riedl
Kuratiert von Daniel Amin Zaman
Dass wir mitunter vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen, war einmal. Inmitten der gegenwärtigen Überflutung mit sogenannten Inhalten gilt Schlimmeres: Wir sehen vor lauter Bäumen die Bäume nicht mehr. Dahinter steht bekanntlich eine Strategie gezielter Überforderung unserer Aufmerksamkeitsfähigkeit, die sich unverblümter nicht formulieren lässt: „Flood the zone with shit“. Was diese noch perfider macht, ist, dass sie unseren Narzissmus missbraucht und uns zu Mittäter:innen macht. Aufmerksamkeit ist eine Droge, deren Suchtpotenzial direkt proportional zur Kürze des Rausches steigt. Er dauert nur Sekunden und verlangt im Sekundentakt nach neuem Stoff. Und auch, wenn wir uns dagegen schützen wollen, ist unsere Aufmerksamkeit davon eingenommen, nicht zu re-agieren. Das macht uns müde, abgestumpft und raubt uns jene Achtsamkeit, Sensibilität und jenes „Zehenspitzengefühl“, das es braucht, um wahrzunehmen, zu sehen, was IST; direkt vor und unter unseren Füßen.
Die Ausstellung „on tiptoes through the tulips“ vereint unter diesem Gesichtspunkt sieben künstlerische Positionen zu einem Parcours der Rückbesinnung. Sie hinterlassen feine Spuren, leise Botschaften und „Werk-Orte“ anstatt Schneisen geknickter Tulpen und wollen wieder empfänglich machen für die feinen Zwischentöne des Seins, für das Subtile, das Kleine, das Zerbrechliche, Zarte und Schöne, das Intime, Poetische und Ephemere. Das Publikum wird dabei selbst zum „Tiptoe-Walker“, das auf Zehenspitzen entdeckt, staunt, in-sich-geht, zu-sich-kommt und zu sehen vermag, was es sonst „über-sieht“.
(Daniel Amin Zaman)