Olga Neuwirth / Elfriede Jelinek: Ghosts & Vampires
Klangkunst Literatur Video Installation
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Programm
Olga Neuwirth: Ghosts & Vampires. Multimedia-Installation mit Texten von Olga Neuwirth, Elfriede Jelinek und Herman Melville (2026 UA)
Interaktives Live-Video
Birgit Minichmayr, Olga Neuwirth, Elfriede Jelinek, Willem Dafoe Stimme
Charlotte Rampling Schauspielerin (Videoaufnahmen: Janic Bebi, Jonas Dahl)
Video aus der Schlussszene der Produktion Monster’s Paradise von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek in der Staatsoper Hamburg (2026)
Sylvie Rohrer, Ruth Rosenfeld Schauspiel
Elisabeth Leonskaja, Alexandra Stychkina Klavier
Olga Neuwirth Sounddesign, Samples
Audio-Mitschnitt der Schlussszene der Produktion Monster’s Paradise von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek in der Staatsoper Hamburg (2026)
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg / Titus Engel Musikalische Leitung
Mitwirkende
Olga Neuwirth: Konzept, Idee, Musik, Text, Mastering
Elfriede Jelinek: Text
Lillevan: Video
Janic Bebi: Video
Manuel Braun: Video
Jonas Dahl: Video
Als die zwei fast unermüdlichen Vampirinnen Vampi und Bampi, die permanent versuchen, die Welt vor dem menschengemachten Untergang zu retten, haben sich Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek mit comic-haftem Humor und Ironie ins Libretto ihrer Oper Monster’s Paradise geschrieben. Anfang Februar 2026 sorgte dieses «Grand Guignol» in der Staatsoper Hamburg für Furore, im März 2026 folgte die vielbeachtete Schweizer Erstaufführung am Opernhaus Zürich, die Österreich-Premiere steht Anfang April 2027 auf dem Programm der Oper Graz. Völlig losgelöst von der großen Opernmaschine und der quirligen Bühnen-Action, findet das Doppelporträt der beiden seit vier Jahrzehnten miteinander befreundeten Künstlerinnen als weltreisende Vampirinnen jetzt Eingang in die interaktive Klanginstallation Ghosts & Vampires, die bei Wien Modern im Musikverein ihre Uraufführung erlebt. Olga Neuwirth versammelt in ihrem größten Beitrag zu dem fünftägigen Festival im Festival viele Themen in einem Raum, die zwischen ihr und Elfriede Jelinek quasi in der Luft liegen – oder besser gesagt: im Wasser. Wie am Schluss der Oper spielen in Ghosts & Vampires Sturm und Naturgewalten eine Rolle. Auf einem Floß, wie bei Géricault, treiben die beiden Vampirinnen über das Eismeer, unterwegs durch Luft und Meer (04.11. 18:00). Auf dem Floß steht ein verstimmter Flügel, auf dem Schubert erklingt (01.11. 19:30) – eine Art memento mori, eingespielt von Elisabeth Leonskaja und Alexandra Stychkina. Aber auch wenn Elfriede Jelineks persönlicher Steinway (03.11. 18:30 + 19:30) in der Oper durchaus eine Rolle spielt – hier, am Ende der Geschichte, die in Monster’s Paradise erzählt wird, übernimmt ein computergesteuerter CEUS-Flügel, der mit Erdbebendaten programmiert wurde. Er entzieht sich irgendwann der Kontrolle der beiden auf dem Meer treibenden Vampirinnen und verselbstständigt sich – der Mensch, aufgerieben zwischen Natur und Technik. In Ghosts & Vampires wird auch über Musik nachgedacht, beispielsweise über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Olga Neuwirth und Franz Schubert. Die Installation läuft im Loop und ist multimedial angelegt, mit einer neuen Mehrkanal-Mischung der Orchesteraufnahmen von der Schlussszene der Oper, mit Vampi und Bampi erstmals von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth selbst gesprochen – und nicht zuletzt mit der Möglichkeit, dass das Publikum sich interaktiv selbst auf das Floß begibt.
Im Rahmen der Musikverein Perspektiven: Elfriede Jelinek, kuratiert von Bernhard Günther, Stephan Pauly und Claus Philipp
Eintritt frei