Ömer Faruk Kaplan: Strata
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Die Galerie Reinthaler zeigt erstmals Beton- und Glasarbeiten aus Ömer Faruk Kaplans Arbeitszyklen SKINs und Territorial Monuments. Die Praxis des jungen Künstlers, der die Akademien in Wien und München mit Auszeichnung abgeschlossen hat, bewegt sich zwischen Skulptur, Installation und zeichnerischer Spurensuche. Ausgehend von einer Ausbildung zum Holzbildhauer entwickelt er eine Arbeitsweise, in der Materialität, Fragment und Erinnerung zentrale Rollen spielen.
Was bleibt, wenn ein Ort verschwindet – wenn Oberflächen, an denen sich Generationen abgerieben haben, ersetzt, entsorgt, überdeckt werden? Kaplan setzt genau dort an: bei den materiellen und metaphorischen Spuren, die sich in Holz, Beton und Glas einschreiben. Er untersucht, wie sich Zeit, Nutzung und Erinnerung in Materialien niederschlagen und in neue räumliche Konstellationen überführen lassen. Seine Wandobjekte aus gegossenem Beton, Deutscher Eiche, Fichte oder fragil gewundenem Glas (SKINs) folgen einer seriellen Logik – repetitiv und gleichmäßig gesetzt, und doch nie identisch. Im Detail offenbaren sich Spuren der Bearbeitung, Risse, Oberflächenwiderstände – Zeichen einer lebendigen Beziehung zwischen Werk und Umgebung.
Als Künstler der dritten Generation von Einwanderern in Deutschland verhandelt Kaplan Fragen nach Zugehörigkeit, Herkunft und Differenz. Diese Themen tragen seine Materialien nicht illustrativ, sondern als sedimentierte Schichten einer geteilten Geschichte.
Ömer Faruk Kaplan wurde 1991 in München geboren, er lebt und arbeitet in München und Wien. Studium an der Akademie der Bildenden Künste München von 2022 bis 2025 (Prof. Florian Pumhösl), Diplom mit Auszeichnung. Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien von 2017 bis 2023 (Bildhauerei und Grafik bei Prof. Christian Schwarzwald und Prof. Judith Huemer), Diplom mit Auszeichnung. Ausbildung zum Holzbildhauer mit Herbert Nauderer und Michael von Brentano an den Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen von 2014 bis 2017.