Öffentliche Lehraktion "Riechen" von Hermann Nitsch

Öffentlichkeit Eröffnung Ausstellung
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1 Termin im Archiv
Donnerstag 4. November 2010
4. Nov. 2010
Do
18:30
Öffentliche Lehraktion "Riechen" von Hermann Nitsch
Nitsch Foundation, Hegelgasse 5, 1010 Wien

Riechen
November 2010 - April 2011

Ausstellungseröffnung:
Öffentliche Lehraktion “Riechen” von Hermann Nitsch
4. November 2010, 18:30

der geruchssinn(Hermann Nitsch, Oktober 2010)

“noch bereits bei kant gab es eine einteilung in positive und negative gerüche, bzw. auch moralisch abstoßende gerüche. der gestank ist für den menschen etwas abstoßendes. meistens hat es dann mit fäulnis und verwesung zu tun. wir werden gewarnt vor dem zersetzungsprozess der natur.

andere gerüche ziehen an, machen das dahinter liegende schmackhaft. für das schmecken wird geworben. gerüche werben vielfach für etwas. der bratengeruch, der geruch von warmen schnitzeln oder fleischlaberln verheißt uns das nahe mittagessen. nochmals zitiert sich leitmotiv, dass alle sinne einander bedienen, sich gegenseitig brauchen.

mit den raffiniertesten parfumarten wurden in der barockzeit, gerüche des leibes die mit den gerüchen des geschlechts zu tun hatten übertönt. napoleon schickte einen boten zu seiner frau josephine, sie solle sich nicht waschen er komme nach hause. gerüche sind jedenfalls offenbarungen der natur. die erotik der pflanzenwelt ertrinkt in düften und farben. die unglaubliche farbenvielfalt der gerüche der natur fand in der literatur ihren niederschlag. was wäre die poesie, die lyrik ohne düfte? ich habe mich mein ganzes leben lang mit gerüchen, ausdünstungen beschäftigt und bin vor allem im zusammenhang durch meine auseinandersetzung mit lyrik, musik und malerei zur synästhesie gestoßen. ich vermeinte bei wagners parzifal farben zu hören. noch gesteigert wurden diese empfindungen durch tirabin der tatsächlich zusammen mit der musik, düfte verströmen und farben projizieren wollte. die traditionelle lyrik wollte immer vergangenes reproduzieren und in erinnerung rufen, die erinnerung an einen duft wurde zitiert. nach den beiden fürchterlichen weltkriegen, die uns umgaben, wollen wir, die künstler, keine erinnerungen an dieses erfahren zitieren. wir wollten durch reale geschehnisse kunst verwirklichen. ein reales geschehnis ist durch alle 5 sinne erfahrbar, es ist tastbar, schmeckbar, riechbar, sichtbar und hörbar. Das gesamtkunstwerk ist uns in den schoß gefallen. der tatsächliche geschmack und geruch denn wir hier und jetzt erfahren wird kunst.”

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