not quite there / Tauchgang
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
not quite there
Anja Nowak, Letizia Werth
In ihrer Ausstellung not quite there verweben Anja Nowak und Letizia Werth zwei künstlerische Praxen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Zeitlichkeit, Veränderung und Sprache auseinandersetzen. So entstehen Dialoge zwischen Material, Raum und Erinnerung – stille Tischgespräche zwischen Dingen, die Spuren tragen und Prozesse sichtbar machen.
Anja Nowaks Linien Bilder inszenieren ein sich permanent veränderndes System: Holzpaneele, bespannt mit weißen Haushaltsgummis, reagieren auf Spannung, Dehnung und Zerfall. Die Elastizität der Gummis wird zum Sinnbild eines natürlichen Ablaufs, der sowohl physisch als auch metaphorisch zu lesen ist – ein
leises Archiv von Wiederholung, Vergehen und Transformation. Ihre flexible Anordnung im Raum eröffnet einen Austausch mit der Umgebung, wobei Struktur und Auflösung untrennbar miteinander verflochten bleiben.
Letizia Werths Werkserie Elsewhere bringt gebrauchte Haushaltsstoffe ins Spiel – Textilien, die schon Teil von Gesprächen, Alltäglichkeiten und Vergessenem waren. Durch grafische Überarbeitung mit Grafit und Tusche werden diese Tücher aus ihrem funktionalen Kontext herausgelöst und in fragile Bildräume überführt, die wie
Fenster in ein Anderswo wirken. Die bewusste Manipulation der Materialien – das Falten, Zeichnen, Aufspannen oder Drapieren – verweist auf eine poetische Verschiebung von Zeit und Bedeutung.
Beide Positionen thematisieren unausgesprochene Geschichten, Erinnerungsspuren und die Bedeutung nonverbaler Kommunikation. Ihre Arbeiten lassen sich als visuelle Protokolle eines Austauschs lesen – zwischen Körper und Material, zwischen Moment und Dauer. In der Gegenüberstellung entsteht ein fein gesponnenes Geflecht, das nicht nur von Zeit erzählt, sondern auch von ihrer Relativität: von verschobenen Rhythmen, gebrochenen Abläufen und der Kraft des Flüchtigen.
Tauchgang
Rosa Roedlius
Im benachbarten Projektraum, dem sogenannten Wohnzimmer, präsentieren Mitglieder des Kunstvereins aktuelle Arbeiten. Jede Ausstellung wird von den Künstler*innen selbst konzipiert und umgesetzt. So begibt sich Rosa Roedelius im Rahmen ihres fortlaufenden Filmprojekts Zwischenland gemeinsam mit dem Kameramann Benny Paya nachts auf visuelle Tieftauchgänge – in einem eigens dafür entwickelten Bühnenbild.