No Wave - New York 1976-84

Öffentlichkeit Screening Filmfestival
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Dienstag 27. März 2018

No Wave
New York 1976-84

4. bis 14. Juni 2010

Die Produktionen waren billig, die Darsteller/innen frech, der Film orientierte sich am Musik-Underground. Während New York City einem Trümmerhaufen glich, brach eine junge Generation aus dieser Verfallsszenerie aus: Mit S-8-Kameras und teils primitiven inszenato­rischen Mitteln schuf die Gruppe eine ,,Neue Welle inhaltsreicher, Performance-orientierter Spielfilme” (J. Hoberman). Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt die Do-It-Yourself-Haltung, die noch von Punk bzw. der spezifischen New Yorker Reaktion darauf, der ,,No-Wave-Musik”, herrührte. Dazu kam ein dezidierter Wille zum Crossover, oder wie der Musiker und Schauspieler John Lurie einmal sagte: ,,Jeder machte das, was er nicht konnte.” Musiker traten in Filmen auf, Filmemacher gründeten Bands, Künstler fühlten sich in kunstfremden Sparten zu Hause. Manche, die die No-Wave-Wege kreuzten, wurden später zu Hauptfiguren des US-amerikanischen Kinos wie Jim Jarmusch, Kathryn Bigelow oder Abel Ferrara.

Die Schau besteht zum einen aus vier Kurzfilmprogrammen: ­Arbeiten von John Lurie, Vivienne Dick, Beth B & Scott B oder James Nares stecken Schwerpunkte wie Musik, Gewalt, Sexua­lität und (ironisch gebrochene, teils nihilistische) Selbstentwürfe ab. Dazu kommen ausgewählte Langfilme, die zunächst auf Super-8 ent­standen, bald jedoch ambitioniertere production values verfolgten. Während Filme wie Rome ‘78 noch ganz einem Warhol’schen Camp-Ethos verpflichtet sind (James Nares stellt das untergehende Rom mit einem Who-Is-Who der No-Wave-Szene nach), orientieren sich Vortex (Beth B & Scott B), Subway Riders (Amos Poe), King Blank (Michael Oblowitz) oder Variety (Bette Gordon) auch an Formaten des ,,großen Kinos” - vor allem am Film Noir, dessen Aura ganz dem Verschwörungs- und Untergangsklima der damaligen Zeit entsprach. (Christian Höller)

Christian Höller, Kurator der Schau, wird in ­einer ­Lecture die reiche Crossover-Kultur der ,,No Wave”-Szene ­vorstellen und mehrere Einführungen halten. In Kooperation mit den ­Internatio­nalen ­Kurzfilm­tagen Oberhausen.

4. Juni, 19:00

Raw Nerves: A Lacanian Thriller (1980)
Ein Film von Manuel De Landa. Farbe, 30 min

King Blank (1983)
Regie, Kamera: Michael Oblowitz; Drehbuch: Rosemary Hochschild, Oblowitz; Musik: Anton Fig; Darsteller: Rosemary Hochschild, Ron Vawter, Will Patton, Francine Berman, Pete Richardson. s/w, 73 min

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