Narrative III – Alternatives Ende
Zeitgenössische Kunst Fotografie Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Vik Bayer, Rio -Roberta Lima, Angelika Loderer, Ralo Mayer, Kay Walkowiak
Eröffnung: Montag, 7. September 2026, 19.00 Uhr
Einführende Worte: Klaus Speidel
Am Samstag, 3. Oktober: Das WUK hat 45. Geburtstag. Wir feiern mit:
Führung durch die Ausstellung: Johan Nane Simonsen: 14.00 Uhr
Lecture-Performance: Nachforschungen in die Zukunft, Margit Busch: 15.00 Uhr
Die Galerie ist an diesem Tag zu den üblichen Öffnungszeiten von 13.00–17.00 Uhr geöffnet.
Ausstellungsdauer: 8. September–10.Oktober 2026
Finissage & Katalogpräsentation: Samstag, 10. Oktober 2026
Als Schwerpunkt für die Jahre 2025/2026 hat das kuratorische Team der FOTOGALERIE WIEN das Thema NARRATIVE gewählt, eine Beschäftigung mit narrativen Strategien und Strukturen in der zeitgenössischen Foto- und Videokunst. Die drei dazu entwickelten Ausstellungen basieren auf einer zeitlichen Einordnung: Der erste Teil, Topografien der Erinnerung, wirft einen Blick zurück in die Vergangenheit in Form einer Auseinandersetzung mit Archivmaterial, Geschichtsschreibung sowie kollektiver und individueller Erinnerung. Im zweiten Teil, Gegenwartsformen, geht es um die Frage, welche neuen Erzählweisen aus digitalen Medien gewonnen werden können, sowie um die Auseinandersetzung mit der überwältigend großen Anzahl ständig verfügbarer Narrationen einer vernetzten Welt. Im dritten, Alternatives Ende, auf die Zukunft gerichteten Teil dominieren visionäre, fiktionale und spekulative Erzählweisen, basierend auf der Sehnsucht danach, die Welt anders zu denken oder ihr zu entfliehen.
Lineare und eindeutige Erzählstrukturen werden in den künstlerischen Arbeiten der drei Ausstellungen durch diskontinuierliche, fragmentarische, zirkuläre oder auch Darstellungen zwischen Dokumentation und Konstruktion ersetzt. Erwartungen werden gebrochen bzw. festgefahrene Narrationen gestört oder aufgelöst zugunsten multiperspektivischer Narrative. Es geht in dem Schwerpunkt auch um das Erzählen selbst: wie, warum und was von wem (nicht) erzählt wird und wie sich Bedeutungen, Sprache und Kommunikation verändern.
Möglichkeitsmenschen nach Robert Musil haben einen Möglichkeitssinn, nämlich die Fähigkeit, „alles, was ebenso gut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist“. Wer von dem spricht, was sein könnte, spricht implizit von Zukunft. So lassen sich auch die Arbeiten der Ausstellung NARRATIVE III lesen. Dabei verfahren sie dokumentarisch, spekulativ testend (und tastend) oder ritualistisch.