Mothering Ecologies

Re-enchanting the World
Darstellende Kunst Zeitgenössische Kunst Zivilgesellschaft Installation Präsentation Performance Workshop
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1 Termin
Donnerstag 9. April
9. April
Do
15:00
Eröffnung bis 22:00
Mothering Ecologies

Barbara Mahlknecht, Lena Rosa Händle & Manuela Zechner

Mothering Ecologies baut auf Mothering Communities (2023) auf und vertieft und erweitert den Fokus auf Sorgearbeit und ökosoziale Praktiken. Das soziale Kunstprojekt, das einen zeitlichen Bogen von April 2025 bis Mai 2026 spannt, begreift mothering als aktive Fürsorge (-arbeit) mit Anderen – als ein wechselseitiges Beziehungsgeflecht zwischen Menschen, Pflanzen, Tieren und der Umwelt. Diese Ökologien der Sorge und Beziehung umfassen sowohl die Pflege von Gemeinschaften als auch den aufmerksamen Umgang mit Ressourcen und Lebensräumen.

Mothering Ecologies versammelt unterschiedliche künstlerische Beiträge: Künstler*innen entwickeln mit Schüler*innen Aspekte eines ökosozialen Curriculums (Lena Rosa Händle; Manuela Zechner & Irene Lucas mit den Laabergbäuer*innen); sie arbeiten mit Jugendlichen zu den Ökologien von Freundschaft, Liebe und Fürsorge (Charlotta Ruth); sie erkunden die Bedingungen kollektiver Fürsorge und die affektiven Dimensionen von Flucht, Migration und erzwungener Vertreibung (Ana de Almeida & Valeria Pechena); oder entwickeln gemeinsam mit Frauen aus Wiens (post-)migrantischer Community ein vielstimmiges Klanggewebe aus Schlafliedern, Erinnerung und Stimmen (Deniz Sözen mit Tahereh Nourani) und erforschen den intergenerationalen Zwischenraum von vier Generationen durch verkörperte Erinnerung und sich wiederholende Gesten (Karin Hatwagner & Sophia Hatwagner).

Mothering Ecologies versteht sich als kollektiver Akt der Wiederverzauberung. Mit Silvia Federici gedacht heißt das: ein Beziehungsgeflecht wiederherstellen, das uns miteinander und mit der Erde verbindet. Gegen die Logiken der Ausbeutung und Vereinzelung beharren die Ökologien der Sorge auf der älltäglichen, tragenden Magie des Gehaltenwerdens und des Haltens.

Programm 9. April 2026 @ FLUCC
15.00–18.00 Uhr | Durational Performance Charlotta Ruth: CHEWING/KAUEN
16.00–18.00 Uhr | Kinderworkshop Irene Lucas / Solarmanufaktur
18.00 Uhr | Workshop Manuela Zechner: Ways into Ecosocial Education
18.00 Uhr | Präsentation Videoinstallation Karin Hatwagner & Sophia Hatwagner – Archive of a Day
19.00 Uhr | Eröffnung der Billboards & Programmeinführung durch die Kuratorin
20.00 Uhr | Food & Drinks | DJ Kamehameharin

Beiträge
Charlotta Ruth, CHEWING / KAUEN (2025—)
Workshop und Performance

Rund um den Praterstern verwandeln sich alte, festgetretene Kaugummis in Herzformen: CHEWING / KAUEN ist eine Pop-up-Straßenintervention, bei der Charlotta Ruth das längst mit dem Beton verwachsene Material herausschneidet und neu formt. Die Aktion wird zur Projektionsfläche – sie unterbricht den Strom der Passant*innen und lädt ein, innezuhalten und über Liebe nachzudenken, zu sprechen, zu kauen. Im dazugehörigen Workshop Kauen, durchgeführt mit dem Jugendzentrum Bassena im 1020, erkundeten Jugendliche durch Wortspiele, Schatzsuchen und kleine Eingriffe im öffentlichen Raum gemeinsam die Themen Liebe, Freundschaft, Fürsorge und die vielfältigen Dynamiken enger Beziehungen.

Die Keimzelle des Projekts liegt in Choreographische Spuren & Kettenreaktionen, einer praxisbasierten Forschungsarbeit im öffentlichen Raum, entstanden im Rahmen des Jahresarbeitsstipendiums der Stadt Wien 2024. Eine durational Performance im FLUCC bindet Besucher*innen in die gemeinsame Erkundung von Ökologien der Freundschaft, Fürsorge und Liebe ein. Vorbeigehende können sich eine Weste ausleihen und an der subtilen Street-Art-Intervention teilnehmen. Die Intervention wird gemeinsam mit Laura Weiss durchgeführt.

Karin Hatwagner & Sophia Hatwagner, ARCHIVE OF A DAY (2026)
Videoinstallation

Die Videoinstallation entsteht im kollaborativen Zusammenspiel vier Generationen und untersucht transgenerationale Ökologien von Familie*. Die Künstler*innen – Mutter und Tochter – erforschen gemeinsam als Mutter und Großmutter mit Urgroßmutter und Enkelin jene Zwischenräume, in denen Wissen nicht erklärt, sondern weitergegeben wird: durch Geste, Berührung, Nachahmung und Zeit. Hände, Bewegungen und Rituale erscheinen fragmentarisch, gelöst aus linearen Erzählungen, und folgen einer traumähnlichen Logik. Im Mittelpunkt stehen die impliziten, verkörperten Wissensökonomien, die sich jenseits von Sprache einschreiben. Mothering wird dabei nicht als Rolle verstanden, sondern als Handlung und Beziehung – als Dis/Kontinuum zwischen Generationen. Wiederholung ist hier eine Form der Untersuchung: ein Reenactment, das eigene Positionen sichtbar macht und verschiebt. In der Tradition experimenteller Filmpraxis gibt die Installation keine eindeutige Lesart vor, sondern lädt ein, das Zusammenspiel der vier Generationen als etwas Fluides, Intimes und Vielschichtiges wahrzunehmen.

Manuela Zechner & Irene Lucas / Solarmanufaktur und den Laabergbäuer*innen, SCHULGARTEN PVS ETTENREICHGASSE – Ökosoziale Bildung zum Anfassen (2025-26)
Schulgartenprojekt und Buchpräsentation

Der Schulgarten an der PVS Ettenreichgasse 1100 ist ein lebendiger Treffpunkt, an dem Schüler*innen, Lehrende und Eltern gemeinsam graben, säen, wühlen, kosten und lernen. Hier entsteht Schule als geteilter Raum – zwischen Generationen, Arten und Ideen. Das Projekt ist Teil von Common Ecologies, einem internationalen Forschungs- und Praxisprojekt zur ökosozialen Bildung, das Manuela Zechner gemeinsam mit vielen Akteur*innen im östlichen Mittelmeer, auf der Iberischen Halbinsel, auf den Britischen und Irischen Inseln, im deutschsprachigen Raum sowie in Südafrika entwickelt hat. Als konkretes Beispiel ist das Schulgartenprojekt in das Handbuch Ways into Ecosocial Education: the book eingeflossen – ein Werk, das Lehrende, Eltern, Aktivist*innen und institutionelle Akteur*innen gleichermaßen ansprechen möchte, weil ökosoziale Bildung immer beides zusammendenkt: das Ökologische und das Soziale. Das Handbuch steht kostenlos zum download bereit: commonecologies.net/publications/ways-into-ecosocial-education-the-book

Kuratiert von Barbara Mahlknecht

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