Misfits. Bequemlichkeit im Unbequemen
Kunst Theater Kinder & Jugend Installation Kunstvermittlung Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Welche Räume brauchen Kinder im Theater? Hier bist du eingeladen zuzuhören, dich zu verlieren, wiederzufinden und es dir mitten im Unbequemen gemütlich zu machen. Kuschel dich in Sitzskulpturen, verliere dich in einem Labyrinth aus Farben, finde das Passende im Unpassenden und lausche den Geschichten.
Fee-Valerie Böhme, Peter Fuchshuber und Mira Loeve laden ein in ein farbiges Labyrinth aus Licht und beweglichen Paneelen. Räume öffnen und schließen sich, Farbewände geben dir Halt und entschwinden im nächsten Moment wieder.
Die Skulptur „Von Maschine zu Maschine“ von Ina Egger ist inspiriert von der Architektin Lina Bo Bardi und macht den Raum zum Spielplatz. Aber pass auf: Zwischen Maschine und seltsamen Maschinenwesen warten Lücken und Tücken.
Von der Decke fallen Gebilde aus Schläuchen, treffen auf Sitzskulpturen, umschlingen dich. Hemma Bergner, Camilla Hagenauer, Magdalena Prieler, Mirijam Schleicher und Natascha Stierli haben erforscht, wie sich Sitzen, Liegen und Bewegen mit Hören, Sehen und Zuschauen verbinden lassen. Mit deinen Händen erkundest du Schlingen, Knoten, Finger und Löcher.
Am Boden entdeckst du ein großes Steckspiel: Magdalena Kernegger und Dalmonia Rognean haben Markierungen entwickelt, mit denen du Regeln, Ordnungen und Strukturen ausprobieren kannst. Finde die passenden Formen, Ecken, Kanten und Fehler.
Jonas Bauer, Hannah Kathol und Anna Weinmüller laden dich ein, mit Spielzeugen zu experimentieren, wie man sie aus der Reformpädagogik kennt: Holzkästen, Formen und ein bisschen Zauberwürfelgefühl. Mit Schablonen und Filtern entstehen Motive, die du ordnen, verschieben und neu zusammensetzen kannst. Dabei geht es um dich und wie du in Formen passt oder auch nicht. Im Spiel mit einfachen und komplexen Mustern geraten vertraute Passformen aus Architektur, Design und digitaler Welt durcheinander.
Wenn du deinen Ort gefunden hast, hörst du Texte für Kinder, die die Schriftstellerin und Professorin für Sprachkunst Olga Grjasnova mit Florian Oberleiter, Diana Sych, Afra Eygi, Katharina Karl und Etienne Thierry erarbeitete. Zu den Texten kannst du poetische, verspielte und überraschende Bilderbücher entdecken, die gemeinsam mit Studierenden der Klasse von Jan Svenungsson entstanden.
FR 30.01. 18.00 Uhr
Fachpublikum, Studierende, Freund*innen sind eingeladen zu Diskussion und Austausch. Eintritt frei! Mit Zählkarten.
SA 31.01. 15.00–18.00 Uhr
Kinder, Familien und alle, die neugierig sind, sind eingeladen zum Mitmachen, Ausprobieren, Erfinden. Eintritt frei! Mit Zählkarten.
Die Kooperation zwischen dem DSCHUNGEL WIEN und der Abteilung „Kunst und Wissenstransfer“ der Universität für angewandte Kunst Wien findet bereits zum dritten Mal statt. Jeweils im Wintersemester wird ein Seminar abgehalten, aus dem künstlerische Formate hervorgehen, beginnend mit der interaktiven Ausstellung Alle neuen Kuchen sind nett (2024), die sich mit dem Verhältnis von analog und digital beschäftigte, gefolgt von den Spielinseln von Situationship (2025), die von der Liebe handelten, und schließlich den skulpturalen Wahrnehmungsräumen des Theaters von Misfits. Bequemlichkeit im Unbequemen.
Im Rahmen des Seminars Misfits. Bequemlichkeit im Unbequemen haben sich die Studierenden mit der Frage nach spezifischen Wahrnehmungen im Theaterraum beschäftigt und dabei Inseln zum Zuhören, Sehen, und Bewegen entworfen. Auf Bühne 3 des DSCHUNGEL WIEN zeigen die Studierenden eine Rauminstallation, die einlädt, die Sinne auf allen Ebenen zu aktivieren. Bühnen- und Zuschauer*innenraum verschmelzen und bieten Möglichkeiten sich den Raum aus unterschiedlichen Perspektiven buchstäblich anzueignen.
Studierende erforschen, welche Räume Kinder und Jugendliche im Theater brauchen: baulich, künstlerisch und gesellschaftlich.
Sie entwickeln Orte für die Bedürfnisse unterschiedlicher Altersgruppen, die intergenerative Begegnung, aber auch Abgrenzung ermöglichen. Dabei entwerfen sie Modelle, die Räume neu denken: wandelbare Bühnenräume, einen Third Place oder auch interaktive Objekte für Kinder und Jugendliche im Foyer oder im Stadtraum, die für mobile Performances genutzt werden können.
Mit der Fotostrecke ‚Ricerca della commodita in una poltrona scomoda‘ (Auf der Suche nach Bequemlichkeit in einem unbequemen Sessel) aus dem Jahr 1944 provoziert der italienische Designer, Architekt, Künstler und Pädagoge Bruno Munari verschiedene Formen von Fehlverhalten. Er weigert sich seine Körperhaltung der Form des Sessels anzupassen und schlägt eine Reihe von Alternativen vor, wie man mit der gegebenen Form umgehen kann.
Das Seminar “Misfits” interessiert sich für Fehler, für das Unpassende, Widerständige und Enttäuschende. Ausgehend von einem Skulpturenzyklus der Künstlerin Nairy Baghramian, beschäftigen wir uns mit ästhetischen Strategien der Befreiung aus festgefahrenen Strukturen und Gewohnheiten.
In Kooperation mit Dschungel Wien, arbeiten Studierende der Universität für angewandte Kunst Wien an Rauminstallationen, die sich dem Fehler, der Unterbrechung und Störung widmen, - und fragen wie Freiräume für Kinder und Jugendliche aussehen? Wie können deren Bedürfnisse mit all ihren Unterschieden und Widersprüchen im gesellschaftlichen Raum berücksichtigt werden, und wie kann dabei ein gemeinsamer sozialer Raum entstehen?
Entlang von künstlerischen Arbeiten über das Stolpern, Hinken und Zaudern erarbeiten wir dabei ein Vokabular von “Misfits”.