MIKROPHYTEN von Roland Schwab:
Ein einfacher Holztisch, eine Lichtquelle, verschiedene lapidare Haushaltsgegenstände.
…Idealer Humus für ,,Mikrophyten”, zersetzende Mikroorganismen am Rande der Kunst.
Ironisch treiben sie Spott mit menschlichen Sehnsüchten und Nöten, letztlich auch mit einem Kunstbegriff, der sich immer noch mit einer Abgrenzung gegen Satire schützt. Wir werden zu Betrachtern, die wie durch ein Mikroskop auf existentielle Stilleben schauen, auf Agonien, Aporien
von menschlichen, allzu-menschlichen Bazillen. Wie wenig nötig ist, um einen Kosmos aufzuspannen, einen absurden, einen rätselhaften, einen tragikomischen, wie leicht dabei profanes Material eine beinahe sakrale Aura gewinnen kann, darin liegt der Charme dieser Mikrokunst.
HÖHERE DICHTE von Juliane Ebner
Mit ihren Folienbildern zeigt Juliane Ebner Oberflächen und geht buchstäblich darunter.
In unwirklichen Farbräumen erscheinen Figuren, die sich, Zitaten der Pressefotografie, der Ikonografie und der Kunstgeschichte entstammend, in mehrschichtigen Erzählsträngen neu zusammenfinden.
Traumartig gemischte Szenen von Bekanntem und Vergessenem, von Ahnung, Erinnerung und Gegenwart verschmelzen und werden zu einem Bericht über das Menschenmögliche.
Spuren der Zeit- und der Individualgeschichte, des echten Lebens und dessen medialer Spiegelung werden verwoben zu Existenzlandschaften des Menschlichen.