Michael Endlicher: Abecedarian Painting

Bildende Kunst Eröffnung
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1 Termin im Archiv
bis Freitag 14. Dezember
3. Okt. 2018 -
Fr 14. Dez. 2018
18:00
Michael Endlicher: Abecedarian Painting

Zur Ausstellung wird Mag. Manuel Kreiner, Kunstvermittler und
Vorsitzender des Verbandes österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker, sprechen.
Ausstellungsdauer: 04. Oktober bis 14. Dezember 2018
Die Ausstellung ist nach Terminvereinbarung zu besichtigen: +43 1 8797405

Eine Konstante in der künstlerischen Arbeit von Michael Endlicher liegt in der Beschäftigung mit Sprache. Nun dringt Endlicher in einen elementaren Teilbereich vor: Es ist die Fokusierung auf den einen Buchstaben, auf das rein Zeichenhafte eines Alphabetfragments. Es sind die Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen einer bestimmten Schablonen-Schriftart, auf die sich Endlicher beschränkt. Auf standardisierten weiß gemalten Leinwänden sprayt Endlicher je einen Buchstaben, dem Druckprozess gleich in Schwarz. Der Massenproduktion enthoben sind die Einzelteile dieser Serie aber durch individuelle Schattensetzungen, Farbergänzungen und einen teils groben Farbauftrag, der an die Spontanität von Street Art erinnert. Die Buchstaben-Leinwände können immer neu nebeneinandergesetzt werden, dem Setzkastenprinzip entsprechend schließt sich der Kreis, Worte und Texte können – und sollen – entstehen.
Doch Michael Endlicher treibt das Isolieren und Individualisieren der Buchstaben, der Satzzeichen noch weiter, er kombiniert diese neu. Er setzt einzelne Buchstaben übereinander, Buchstaben die in Nebeneinanderstellung Sinn ergeben könnten, oder in anderen Fällen vielleicht nur Assoziationen hervorrufen wie A und Z, wie der Anfang und das Ende. So entstehen unbekannte Zeichen, „signs“, wie Endlicher diese Serie nennt. Es ist ihm gelungen, dass wir in der Rezeption dieser malerischen Buchstabenüberlagerungen erst einmal sprachlos bleiben, zuerst die von ihm geschaffene Ästhetik der Zeichen wahrnehmen und dann erst wieder zur Sprache, zum Sinn finden. Gelingt die Interpretation der Zeichenverdichtung jedoch nicht mehr, wirkt der visuelle Eigenwert des Neo-Buchstabens, eine künstlerische Setzung, die sich einer alltäglichen Entindividualisierung entzieht.
Manuel Kreiner

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