Meisterwerke des neuen amerikanischen Avantgardefilms: The International Experim

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Dienstag 27. März 2018

Im Gegensatz zu ihren kanonisierten Vorfahren wie Maya Deren, Kenneth Anger,
Stan Brakhage, Ken Jacobs, Andy Warhol oder Michael Snow sind die jüngeren Generationen des experimentellen amerikanischen Kinos in Europa kaum bekannt. Dieses unabhängige Filmschaffen floriert weiterhin: Gerade in einer Zeit, in der
digitale Werkzeuge und Ästhetiken als Mainstream-­Standard gelten, hat die bewusste, avancierte Arbeit mit Film in Amerika einen ­neuen Aufschwung erlebt.

Dieser Aufschwung zeigt sich nicht nur in den bestechenden Werken neuer Künstler/innen, die im letzten Jahrzehnt hervor­getreten sind, sondern auch in neuen Festivals und filmkulturellen Initiativen, in der kritischen Rezeption (gerade unter jüngeren ­Kritikern, die online publizieren) und im Kunstbereich, wo Film­projektionen heute wieder eine paradoxe „Avantgarde-Rolle“ gegenüber der omnipräsenten Videokunst spielen.

Das 2000 von Christopher May in Telluride, Colorado gegründete „reisende Festival“ TIE - The International Experimental Cinema Exposition ist eine exemplarische Plattform für neue Filmemacher-Generationen (und Wiederentdeckungen aus früheren Jahrzehnten). Nach begeistert aufgenommenen Veranstaltungen in Nord- und Südamerika gastiert TIE auf Einladung des Filmmuseums erstmals in Europa.
May wird vier kuratierte Programme mit 45 Werken vorstellen - darunter Filme von herausragenden, hierzulande noch zu entdeckenden Künstler/innen wie Deco Dawson, Brian Frye, David Gatten, Janie Geiser, Jeanne Liotta, Luther Price oder Luis Recoder: „films that illuminate the continuing vitality and beauty of celluloid.“

Im Programm finden sich auch Funde aus den 60er und 70er Jahren: frühe Filme von Nathaniel Dorsky, Paul Bartel, Tom ­Chomont, Vincent Grenier oder Lenny Lipton.

Programm 3
Blocking (2005) von Pablo Marin. 2 min
Progetti (1962) von Paul Bartel. 17 min
Mylar Balloon Rip-off (2007) von Jason Halprin. 3 min
Whirl (2007) von Scott Banning. 8 min
While Revolved (1976) von Vincent Grenier. 10 min
[Various 8mm Works] (2000-2009) von Frank Biesendorfer. 19 min
Space (2001) von Luis Recoder. 14 min
My Mess (2007) von Jesse Kennedy. 4 min
1/48“ (2008) von Jorge Lorenzo. 1 Kader
Clip from Colorado Springs Home of Champions (1968) von Jim Prange. 4 min
Double Your Pleasure (2002) von M.M. Serra. 4 min
90 Years (2008) von Jonathan Schwartz. 3 min
Across the Rappahannock (2003) von Brian Frye. 9 min

„Man sollte beginnen, das Gedächtnis zu verlieren, wenn auch nur in kleinen Schritten, um zu verstehen, dass die Erinnerung unser Leben ausmacht. Leben ohne Erinnerung ist kein Leben.“ (Luis Buñuel) Nur durch den Verlust des Gedächtnisses verschwindet etwas wirklich aus der materiellen Welt. Solange wir erinnern, aufzeichnen oder verloren Gegangenes rechtzeitig aufgenommen ­haben, bleibt dessen Essenz in unserem kollektiven Gedächtnis ­erhalten. (Christopher May)

Einführung: Christopher May

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