Seit 2005 arbeitet Martin Nachbar an urbanen „Walks“ und beschreitet, immer auf der Suche nach bewegendem Material, zahlreiche europäische Städte. Für mnemonic nonstop ist er mit dem deutschen Choreografen Jochen Roller durch diverse Stadtgebiete gelaufen, um mit den gesammelten Eindrücken eine Inszenierung für die Bühne zu füllen, und für Incidental Journey hat er traumatische Erlebnisse erforscht und geführte Touren entlang der angesagtesten Plätze verschiedener europäischer Städte entworfen.
Nun startet der mittlerweile erfahrene „Walkman“ die Erforschung des Gangs zum Theater. Anlässlich seines Workshops im brut beschäftigt sich Nachbar in seiner Lecture mit den Erwartungen von BesucherInnen auf ihrem Weg dorthin und der Frage, wie diese in literarische Texte, Gedichte oder Songtexte übersetzt werden können. Der zielstrebige Gang zum Theater wird durch Abbremsen, Beschleunigen und Umkreisen, durch Stolpern, Schlurfen und Tanzen zum Umweg – und führt womöglich doch zum Ziel.