Maria-France Goerens / Billi Thanner
Zeitgenössische Kunst Visuelle Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Raum für Kunst im Lindenhof
Maria-France Goerens
Zur Eröffnung spricht: Univ.-Prof. Dr. phil. Robert Pfaller
Die Arbeiten von Marie-France Goerens bewegen sich zwischen Skulptur, Collage und prozessbasierter Materialforschung. Ausgangspunkt ist nicht die Form als Ergebnis, sondern die Handlung, aus der Form hervorgeht. Bewegung, Druck, Rhythmus und Balance schreiben sich als Linien in Material, Raum und Zeit ein – im Sinne eines Prinzips von form follows action.
Die Linie erscheint dabei nicht als Umriss oder konstruktive Setzung, sondern als poetische Geste – als körperlicher Akt, als Spur einer Bewegung, als zeitlich bestimmtes Ereignis. In diesem Sinne lässt sich die Linie als ein Denken mit dem Körper verstehen, in Nähe zu dem phänomenologischen Ansatz von Maurice Merleau-Ponty, für den Wahrnehmung und Erkenntnis leiblich verankert sind.
Gefaltete Volumen, gekippte Achsen und gespannte Körper entstehen aus einem tastenden Prozess, in dem Material auf Handlung antwortet. Die Linie bleibt sichtbar als Kraftspur und Verdichtung von Zeit. So nähert sich die Arbeit dem Poetischen nicht über Darstellung, sondern über Präsenz – als Geste, in der Form im Vollzug entsteht.
Galerie Lindenhof
Billi Thanner
Zur Eröffnung spricht: Dominique Gromes
Billi Thanner versteht ihre Werke als Impulse: sichtbar für alle, die hinsehen wollen. Sie zählt zu den Protagonistinnen einer neuen Generation des zeitgenössischen Aktionismus. Sie setzt sich mit ihrer Kunst für eine Welt ohne Vorurteile ein. In ihren Werken reflektiert sie die Komplexität des menschlichen Denkens und betont die Notwendigkeit, jegliche Schubladen und Vorurteile zu durchbrechen.
Im Lindenhof zeigt Billi Thanner eine Auswahl neuer Arbeiten aus der Serie “Zeitlinien”, die sich mit Licht, Zeit und Wahrnehmung beschäftigen. Im Zentrum steht die Frage nach Verbindung – zwischen Mensch und Zeit. Ihre Licht und Opalglas Skulpturen sowie Wandobjekte - sind minimalistisch und zugleich poetisch aufgeladen. Die Ausstellung zeigt Neonarbeiten und konzeptuelle Skulpturen, die sich bewusst zwischen Bildhauerei, Aktionismus und Wahrnehmung bewegen. Licht ist dabei nie nur Medium, sondern Haltung.