Małgorzata Bujnicka: Augenblicke
Bildende Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Einführende Worte: Christoph Bugram
Musik Karin Waldburger
In der Ausstellung „Augenblicke“ stehen der Mensch und seine Gefühle im Mittelpunkt – jene Regungen, die aus scheinbar alltäglichen Situationen entstehen und doch weit über das Gewöhnliche hinausweisen. Die Werke inszenieren diese Empfindungen nicht als bloße Reaktionen, sondern als spielerisch-skurrile Szenen, in denen Ernst und Absurdität miteinander verschmelzen. Das Alltägliche erhält eine unerwartete Tiefe.
Die Einzelperson erscheint als Akteur auf einer selbst erschaffenen Bühne – verstrickt in Gedanken, Sehnsüchte und Widersprüche. Zwischen innerer Unruhe und leiser Hoffnung wird jeder Tag zum Abenteuer, zu einem Spiel mit der eigenen Befindlichkeit und den Herausforderungen des Lebens.
Ein besonderer Teil der Ausstellung sind in Usbekistan gefertigte Frottagen historischer Türen. Die Fragmente alter, kunstvoll geschnitzter Holzportale – von der Patina der Zeit gezeichnet und in neuer Farbigkeit interpretiert – erzählen von Übergängen. Türen stehen für Schwellenmomente: zwischen Innen und Außen, Vergangenheit und Gegenwart, Bekanntem und Ungewissem. Sie öffnen Räume – real wie metaphorisch – und laden dazu ein, neue Perspektiven zu betreten.
Die Malerei von Małgorzata Bujnicka gleicht dem Leben selbst: voller Widersprüche, zwischen Realität und Imagination, zwischen dem Grau des Alltags und einer tief leuchtenden Farbpalette. Ihre Bilder sind ein Geflecht aus Beobachtung und innerer Bewegung – Allegorien unseres Daseins.
Manche Augenblicke sind so klein, dass wir sie beinahe übersehen: ein Blick, ein Atemzug, ein leises Berühren. Und doch tragen sie ein ganzes Leben in sich. Sie sind nicht planbar, nicht wiederholbar – und gerade deshalb kostbar.
„Augenblicke“ lädt dazu ein, innezuhalten, das Flüchtige zu würdigen und im scheinbar Gewöhnlichen das Wunderbare zu entdecken. Zwischen Tür und Figur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht ein stiller Dialog – ein Moment des Übergangs, in dem sich neue Räume öffnen.