Love Thy Neighbour
Zeitgenössische Kunst Gruppenausstellung Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Love Thy Neighbour ist, vor allem, eine Geste. Eine Einladung, die LEFTBANK an seinen Nachbarn, Studio Walls, richtet – ein Kollektiv, das in einer ehemaligen Klavierfabrik in der Löhrgasse, direkt hinter uns, beheimatet ist. Diese Ausstellung wurzelt in der gemeinsamen Überzeugung, dass Kunst in Gemeinschaft gedeiht – dass das Teilen von Raum, Ressourcen und Ideen etwas hervorbringt, das keiner von uns allein zustande bringen könnte.
2015 aus der Gemeinschaft hervorgegangen, die sich rund um Improper Walls, den Non-Profit-Off-Space im 15. Bezirk, gebildet hatte, ist Studio Walls heute Heimat von 24 Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Nationalitäten und Arbeitsweisen. Sie teilen Holzwerkstätten, textile Ateliers, ein Siebdruckstudio sowie einen Vorraum, der sich regelmäßig dem Grätzel öffnet. Sie bewohnen einen Ort nicht bloß – sie pflegen ihn. Mit dieser Ausstellung möchten wir genau das feiern. Ein Schlaglicht werfen auf die bemerkenswerte Gemeinschaft, die sich still und stetig gleich um die Ecke von uns entfaltet hat.
Der Begriff des Nachbarn ist ein seltsamer. Er beschreibt jemanden, der sich fast ausschließlich durch Zufall definiert. Durch die Zufälligkeit, wo man selbst gelandet ist – und wo der andere. Man hat sich nicht füreinander entschieden. Und doch ist man da, führt parallele Leben, getrennt durch eine Wand, einen Hof, eine Straße. In dieser Nähe liegt eine Intimität, die nie ganz zur Vertrautheit wird.
Die elf Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung – Anna Lumaca, Käthe Löffelmann, Mani Froh, N80, Lukas Spreitzer, Markus Tozzer, Gabriela Gažová, Linda Steiner, Johanna Wakolbinger, Guido Sarti und Axel Schindler – scheinen diese Spannung zu kennen. In Malerei, Skulptur, Textil, Druckgrafik und anderen Formen kreisen ihre Arbeiten um Fragen von Nähe und Distanz. Um das, was wir teilen, und das, was privat bleibt. Um die Frage, wie viel von einem anderen Menschen wir jemals wirklich fassen können. Den Nächsten zu lieben, so legt diese Ausstellung nahe, ist weniger ein moralisches Gebot als eine fortlaufende, unvollkommene Praxis. Etwas, das man immer wieder neu wählen muss.