Leinwandfladerei mit Friedl vom Gröller
Zeitgenössische Kunst Video Film Screening
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Mit „Leinwandfladerei“ beschreibt Friedl vom Gröller eine Methode, aus der Betrachtung heraus Neues zu entwickeln. Es geht nicht um die Wiederholung, sondern darum, formale Beobachtungen zu notieren, zu abstrahieren oder gar umzukehren und so produktiv für die eigene Arbeit zu nutzen.
Mitte der 1990er-Jahre sieht Friedl vom Gröller Andy Warhols Film Eat (1964). Er zeigt den Künstler Robert Indiana beim langsamen Verzehr eines Pilzes. In statischer Einstellung wird Zeit gedehnt, Alltag zu Performance und das Sehen selbst zum zentralen Moment. Nachhaltig bewegt, übersetzt Friedl vom Gröller diese radikale Reduktion am nächsten Morgen in eine kokettierende Selbstdarstellung. Ihr Film Eat (1996) bewahrt von Warhol nur formale Spuren und fordert auf: „Let’s misbehave!“ – was Chantal Akerman in ihrem Debütkurzfilm Saute ma ville (1968) auf die Spitze treibt, wenn die Küche zum anarchistischen Schlachtfeld mutiert.
FILMPROGRAMM
Friedl vom Gröller, Eat, 1996, 16-mm-Film, S/W, ohne Ton, 3 min
Andy Warhol, Eat, 1964, 16-mm-Film, S/W, ohne Ton, 35 min
Friedl vom Gröller, Eat, 1996, 16-mm-Film, S/W, ohne Ton, 3 min
Chantal Akerman, Saute ma ville, 1968, 35-mm-Film, S/W, Ton, 13 min
Kuratiert von Stefanie Reisinger und Dietmar Schwärzler.
Mit Dank an das Österreichische Filmmuseum.