Kristin Weissenberger: Seeking is like digging a hole in the sky

Zeitgenössische Kunst Öffentlichkeit Ausstellung Installation
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1 Termin
Samstag 12. September
12. Sep.
Sa
16:00
Eröffnung
Kristin Weissenberger: Seeking is like digging a hole in the sky

Skulpturen Plöcking ist ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum in Niederösterreich, und bildet eine Verbindung zwischen dem in Maria Gugging etablierten Kunst- und Kulturdiskurs und dem einzigartigen Naturraum des Wienerwaldes am Weg nach Hintersdorf.

Kristin Weissenbergers Setzung einer Skulptur im öffentlichen Raum am 12. September ist die letzte neue Station des Skulpturenpfades in seinem dritten Jahr.

Dieser Abschluss mit der 9. skulpturalen Position auf Skulpturen Plöcking markiert zugleich einen Übergang: die Freilegung eines dem Projekt zugrundeliegenden Konzepts, eines dauerhaften Ortes der Begegnung, Produktion und gemeinschaftlichen Autonomie.

Das räumliche Setting der Ausstellung „Seeking is like digging a hole in the sky” von Kristin Weissenberger bildet ein Raum an der Grenze zwischen Innen- und Außenraum am Grundstück Hintersdorf, Hauptstraße 33 und lädt alle BesucherInnen zur Eröffnung von Hintersdorf Contemporary ein.

Kristin Weissenberger:

Die Arbeiten beginnen mit dem Gießen großer Gipsblöcke. In diese Blöcke schneide und bohre ich hinein. Die entstandenen Hohlräume gieße ich mit Ton aus, der beim Wiener U-Bahnbau ausgegraben wurde. Dabei verkehren sich die Hohlräume zu haptischen Körpern. Durch das Brennen und Glasieren entstehen daraus keramische Skulpturen.

Danach schneide ich erneut in dieselbe Gipsform. Jeder Guss bildet deshalb einen einmaligen, temporären Zustand der Form ab. Der Hohlraum wird mit jedem Eingriff breiter und verändert sich. Schneiden und Gießen folgen aufeinander, bis vom ursprünglichen Gipsblock nur noch Fragmente übrig sind und die Form zerfällt.

In diesem offen konzipierten Prozess, der die Wirksamkeit von Material, Werkzeug, Widerstand und Zufall zulässt, entsteht eine Ästhetik des Unkontrollierten. Das Schneiden und Bohren werden dabei zu einem fortlaufenden Vorgang des Suchens: Etwas soll hervorgeholt werden, doch mit jedem Eingriff verändert sich das, was gefunden werden kann.

Die Arbeiten sind so ein Abbild dessen, was entsteht, wenn der Versuch, eine Form zu finden, zugleich bedeutet, sie immer wieder zu verlieren.

Reinhold Zisser:
Hintersdorf Contemporary entsteht auf einem 4.000m2 großen Grundstück in Hintersdorf. Es wurde mir in 3.er Generation zu einem Zeitpunkt weitergereicht, als ich bereits in einem über 10 Jahre andrauernden Prozess alternative Lösungen in Form des Projekts der Notgalerie ausformuliert hatte.

Die Ausstellung am 12. September 2026 beschreibt einen Ausgangspunkt und lädt dazu ein, die Kausalität ihrer linearen Abfolge als Beschreibung der Punkte des ihr zugrundeliegenden Körpers und seiner abstrakten Zeitlichkeit zu betrachten.

  • First we dug a hole into the sky – in the end we dismantled a church.
  • oder frei nach Hildegard Schreber „Wo Ich war, soll Es werden“

Diese Anordnung bedingt Wiedersprüche. Ein Schlüssel zu ihrer Lesbarkeit findet sich in den Skulpturen von Kristin Weissenberger. In ihnen bildet das letzte gefertigte Skulpturenelement die Basis, als Fundament, das alle vorangegangenen Teile trägt. Der Körper, den die Künstlerin bearbeitet, ist eine Gussform, deren Auflösung den Abschluss der Skulptur bedeutet. Das Material der Skulptur findet aufgrund einer Entscheidung der Künstlerin Eingang in die Arbeit. In seinem Ursprung und seiner Aufladung entspricht es jedoch einer außerhalb ihrer Arbeit existierenden Zeitlichkeit und Erzählung.

Kristin Weissenberger (*1982, Voitsberg, AT) ist Künstlerin und Lehrende und lebt in Wien. Ihre künstlerische Praxis beschäftigt sich mit der Ästhetik des Fehlers und unkontrollierten Prozessen. Sie erforscht die Herkunft und Eigenheiten von Materialien und folgt ihren sozialen, kulturellen und handwerklichen Zusammenhängen. Sie initiiert internationale Projekte wie Clay Commons, einen Austausch zwischen Wien und Bangkok, und organisiert seit einigen Jahren materialfokussierte Kollaborationen wie die Mud Group. Weissenberger studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien (Diplom 2009) und lehrt seit 2021 an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie die Werkstatt für Abform- und Gusstechnik/Keramik leitet.
Sie gestaltete in den vergangenen Jahren (2017, 2020) raumgreifende Installationen und performative Aktionen in Schlüsselmomenten der Notgalerie.

Reinhold Zisser (*1980, Wien, AT) lebt in Wien und Niederösterreich. Seine Arbeit bewegt sich an den Übergängen künstlerischer und kuratorischer Praxis.
Zisser studierte Philosophie, Theater - Film - und Medienwissenschaft und schließlich Malerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien.
Er ist Gründer und Leiter des LLLLLL, Verein für Kunst der Gegenwart und realisierte Projekte wie die Notgalerie, den LLLLLL artist run space, SKULPTUREN PLÖCKING und seit 2025 das Foto-Studio - Archiv und Aufarbeitung - der Fotografin Maria Zisser

Info Anfahrt / Ablauf:

Treffpunkt ab 16 Uhr:
Hintersdorf, Hauptstraße 33, PLZ: 3413
https://maps.app.goo.gl/HF5hrjUN4W5rxRPw9

Anfahrt aus Wien von Heiligenstadt via Buslinie 400 bis Maria Gugging ISTA
(Busankunft 15:42 / 16:12, Busse fahren halbstündlich)

Um 15:50 und 16:20 wird jeweils ein Großraum Shuttle-Taxi von Maria Gugging nach Hintersdorf zur Verfügung stehen.
Treffpunkt für Taxi in Maria Gugging: Hinter der Bushaltestelle Richtung Wien, am kleinen Parkplatz
https://maps.app.goo.gl/uJ68AY8Qk3pZDk3u7

Gegen 17:30 gemeinsamer Spaziergang auf SKULPTUREN PLÖCKING und der Eröffnung der Arbeit im öffentlichen Raum von Kristin Weissenberger.

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