Kohei Saito: Planen gegen Klimafaschismus

Theorie Literatur Zivilgesellschaft Vortrag
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1 Termin
Freitag 12. Juni
12. Juni
Fr
17:00
Vortrag
Kohei Saito: Planen gegen Klimafaschismus
Prospekthof

Anlässlich der Buchneuerscheinung Am Ende des Fortschritts: Überleben in den Ruinen des Kapitalismus ist der japanische Philosoph und Bestsellerautor Kohei Saito in der Akademie der bildenden Künste Wien mit dem Vortrag Planen gegen den Klimafaschismus zu Gast.

Während sich die Klimakrise verschärft, ist die vorherrschende Reaktion zunehmend nicht von Gerechtigkeit oder Solidarität geprägt, sondern von Knappheitsmanagement, Grenzgewalt und dem Schutz von Privilegien. Klimafaschismus ist eine politische Form, in der der ökologische Zusammenbruch zum Vorwand für autoritäre Kontrolle, militarisierte Ausgrenzung und die ungleiche Verteilung von Überlebenschancen wird. In diesem Zusammenhang lautet die zentrale Frage nicht mehr, ob die Planung zurückkehren wird, sondern welche Art von Planung die Zukunft bestimmen wird. Diese Lecture lehnt die falsche Wahl zwischen Marktlösungen und technokratischer staatlicher Kontrolle ab und plädiert für Gegenplanung: eine demokratische, egalitäre und ökologisch fundierte Neuordnung von Produktion, Konsum und sozialer Reproduktion. Gegen ein Wirtschaftssystem, das zwingend auf wachsenden Energie- und Ressourcenverbrauch angewiesen ist, gegen eine Klimapolitik von oben, die Grundbedürfnisse den Märkten ausliefert, gegen elitär geführten Managerismus versteht Gegenplanung den Kampf darum, die soziale Koordination vom Kapital zurückzugewinnen und sie in Demokratie auf allen Ebenen umzuwandeln.

Kohei Saito ist außerordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Tokio. Er promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 2024/25 war Saito Fellow am New Institute in Hamburg und leitete dort das Programm Beyond Capitalism: War Economy and Democratic Planning. Er beschäftigt sich mit Ökologie und politischer Ökonomie aus marxistischer Perspektive. Sein Buch Capital in the Anthropocene (2020), das sich in Japan mehr als eine halbe Million Mal verkauft hat, hat das Interesse am marxistischen Denken in Japan sowie in den USA und Europa wieder aufleben lassen.

Eröffnungsworte von Johan F. Hartle, Rektor der Akademie der bildenden Künste Wien
Moderiert von Prof. Dr. Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien
Mit anschließenden Kommentaren von Astrid Schöggl und Lisa Mittendrein

Ulrich Brand
Professor für Internationale Politik an der Universität Wien und Vorstandsmitglied von „Diskurs. Das Wissenschaftsnetz“

Lisa Mittendrein
Attac Österreich, gestaltet die Gesprächsreihe Die neue Zeit kommt nicht von allein.
Astrid Schöggl
stellvertretende Leiterin der Abteilung Klima, Umwelt und Verkehr der AK Wien.

Eine Kooperation der Akademie der bildenden Künste Wien mit dem Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien, der Österreichischen Forschungsstiftung für internationale Entwicklung (ÖFSE), Attac Österreich, der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, dem Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien und dem Demokratiezentrum Wien.

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