kernlos
Performance Kunst Performance
Verbindung zu esel.at
Sanjid Mahmud, Maria Pylypenko, y/liquid (Carmen Rosenkranz, peta Klotzberg). Kernlos
Die Performance kernlos beginnt dort, wo menschliche Wahrnehmung an ihre Grenzen stößt: bei den Bakterien. Einzellig, ohne Zellkern, gehören sie zu den ältesten Lebensformen der Erde. Sie existierten lange vor uns, besiedeln unsere Körper und bleiben auch nach uns - als Teil von Zersetzung, Transformation und Rückkehr.
Vier bakterielle Wesen bewegen sich durch das Badeschiff am Donaukanal und folgen diesen unsichtbaren Prozessen. So wie Bakterien nicht eindeutig sind und in ständiger Auseinandersetzung miteinander stehen, ist auch der Ort nicht neutral: Am Salzgries wurde einst Salz in die Stadt gebracht; in unmittelbarer Nähe liegt der Morzinplatz, ein Ort mit schwerer, belasteter Geschichte. Im April 1945 wurden die Brücken über den Donaukanal gesprengt. 1949 überquerte der Seiltänzer Eisemann den Kanal auf einem Hochseil und trug seine Tochter Rosina auf den Schultern; der Gang nahm ein tragisches Ende.
Im Wasser setzen sich diese Spuren fort. Sagen, Stimmen, Abfälle und Erinnerungen lagern sich ab. Kernlos fragt, was von uns bleibt - und wer es weiterträgt.
Die Performance findet im Rahmen des Programms „Solutions & Strategies“ der Klima Biennale statt.