Katherine Hubbard / Onyeka Igwe

Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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2 Termine
Donnerstag 11. Juni
Freitag 12. Juni - Sonntag 30. August
Fr 12. Juni -
So , 30. Aug.
Ausstellung
Katherine Hubbard / Onyeka Igwe

Katherine Hubbard
The Great Room
12.6. – 30.8.2026

Das Werk der interdisziplinären Künstlerin Katherine Hubbard agiert an den Kreuzungspunkten von Fotografie, Performance und Text. Ihre Arbeiten entfalten die Schnittstellen zwischen Verkörperung, Wahrnehmung und historischer Spur, wobei Fotografie nicht als bildgebende Apparatur, sondern als Ort einer Begegnung fungiert. Ihre Performances und Installationen säen Zweifel an der vorgeblichen Neutralität des Sehens, indem sie die Politik des Blicks und die räumlichen Bedingungen, unter denen er stattfindet, in den Vordergrund rücken. Statt die Fotografie als fertiges Objekt zu behandeln, bindet Hubbard sie an die sie hervorbringenden Prozesse – Geste, Belichtung, Positionierung – zurück und lässt diese sich in Echtzeit abspielen. Ihr Einsatz des Körpers, oft ihres eigenen, im Verhältnis zu fotografischer Apparatur und architektonischem Raum lässt die Arbeit und die Subjektivität erkennbar werden, die in Akten des Blickens stecken. Was so entsteht, ist nicht bloß ein Bild, sondern eine choreografierte Aushandlung zwischen Betrachter*in, Sujet und Umgebung.

Ihre Anziehungskraft verdankt Hubbards Praxis dem Beharren auf Langsamkeit und Verortung. Sie widersetzt sich der extraktiven Logik der fotografischen Aufzeichnung; stattdessen wird das Objektiv zu einem relationalen Werkzeug, das Zeit, Nähe und geteilte Verantwortung erfasst. Ihre Performances veranschaulichen nicht die Fotografie, sondern inszenieren ihre epistemologischen und ethischen Verstrickungen. Die von ihr aktivierten Räume, Galerien, Brachen, Landschaften sind nie neutrales Terrain, sondern mit verdichteten Geschichten und Körpererinnerungen befrachtet. So eröffnet Hubbard die Fotografie als durchlässigen Ort, an dem Fragen von Sichtbarkeit, Queerness und räumlicher Orientierung sinnlich erfühlbar werden. Ihr Werk erkundet nicht nur, was wir sehen, sondern auch, wie wir zum Gesehenen stehen – und wie diese Verhältnisse die Bedingungen des Wissens prägen.

Künstler*innen
Katherine Hubbard
wurde 1981 in Philadelphia, USA, geboren und lebt in New York, USA.


Onyeka Igwe
12.6. – 30.8.2026

Onyeka Igwes Praxis gräbt sich durch die Sedimente kolonialer Archive und implementiert dabei eine Form der Forschung, die verkörpert und rebellisch zugleich ist. Ihre Filme und Installationen entnehmen dem Archiv nicht Material, sie sind im Gespräch mit ihm, rühren an seine Abwesenheiten und machen sein Schweigen hörbar. Mittels Performance, Stimme und mehrschichtigen Klanglandschaften erweckt Igwe die politische Aufladung von Material zu neuem Leben, das oft als leblos gilt: Zelluloidrollen, bürokratisches Filmmaterial, Feldaufnahmen. Ihr Arbeit lebt von der Spannung zwischen dem, was aufgezeichnet, und dem, was verworfen wird, und lässt das Archiv unter der Last dessen erbeben, was es zu sprengen droht. So fasst sie Geschichtsschreibung neu: statt als lineare Nacherzählung als ein sinnliches und umkämpftes Terrain, auf dem koloniale Gewalt nie vergangen ist, sondern nur den Ort wechselt.

Igwes Kunst verweigert sich jeder Auflösung. Sie inszeniert die Begegnung mit dem Archiv als einen Raum des Unbehagens, in dem Wissen körperlich als instabil und relational fühlbar wird. Ihre so visuell zurückhaltenden wie klanglich reichhaltigen Installationen machen die affektiven und räumlichen Architekturen imperialer Macht sichtbar, während sie zugleich auf deren Niedergang verweisen. Entscheidend ist dabei Bewegung, der Kamera, des Atems, der Stimme; sie bringt die vermeintliche Solidität historischer Wahrheit ins Wanken und eröffnet einen Raum für etwas anderes: Undurchsichtigkeit, Spekulation, Zeug*innenschaft, die nicht in Besitz nimmt. Bei Igwe wird Forschung eine ethisch-poetische Praxis, eine, die nicht nach der Beherrschung der Vergangenheit strebt, sondern eine behutsame Annäherung an deren Überreste sucht.

Im Rahmen des Festivals Vienna Shorts wird am 29.5.2026, um 20:30 Uhr, in Kooperation mit der Secession eine Auswahl an Filmen von Onyeka Igwe im Österreichischen Filmmuseum gezeigt.

Künstler*innen
Onyeka Igwe
wurde 1986 in London, UK, geboren und lebt in London.

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