Katherine Bernhardt
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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Katherine Bernhardt: Neonfarbblendluminanzwuchtgemaeldenetzhautkollisionsgefahr
Die erste institutionelle Ausstellung in Europa, die der US-amerikanischen Malerin Katherine Bernhardt gewidmet ist, präsentiert einen umfassenden Überblick über ihr jüngstes Werk. Mit ihren großformatigen, leuchtend farbigen Gemälden hat sich Bernhardt als eine der markantesten Stimmen der zeitgenössischen Malerei etabliert. Der Titel von Katherine Bernhardts Ausstellung, Neonfarbblendluminanzwuchtgemaeldenetzhautkollisionsgefahr, ist ein Wortgebilde bestehend aus achtundfünfzig Buchstaben, welche die einzelnen Elemente auf deutsch, die für das Ausstellungskonzept und den künstlerischen Ansatz wesentlich sind, zu einer einzelnen Einheit verbinden: Neon – Farbe – Blenden – Luminanz – Wucht – Gemälde – Netzhaut – Kollision – Gefahr. Gleichzeitig operiert der Titel als sprachliche Überforderungsgeste und als Verdichtung einer sensorischen Erfahrungslogik: Er beschreibt weniger, als dass er affiziert, und verweist auf eine Bildproduktion, die unmittelbar auf Wahrnehmung, Reizintensität und visuelle Überlagerung zielt. Die Aneinanderreihung der Begriffe erzeugt dabei eine Art semantischen Dauerstrom, der die Logik ihrer Malerei – geprägt von Überlagerung und Nachbarschaft von Zeichen wie von impulsiver Intensität und Gleichzeitigkeit – in eine radikal offene Sprache überführt.
Bernhardts Werk bewegt sich an der Schnittstelle von Pop Art, Neo-Expressionismus und postdigitaler Malerei. Sie greift die Strategien der Pop Art der 1960er-Jahre auf, wie sie von Künstlern wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Claes Oldenburg entwickelt wurden, und übersetzt deren Bildsprachen in eine subjektive und expressive zeitgenössische Form. Anders als die kalkulierte Distanz klassischer Pop Art zeichnen sich Bernhardts Gemälde durch gestische Unmittelbarkeit, Spontaneität und eine bewusst unperfekte Offenheit aus. Zugleich zeigen ihre Arbeiten Bezüge zum Neo-Expressionismus der 1980er-Jahre. Zugleich verweisen der eindringliche Einsatz von Farbe sowie die physische, sinnliche Präsenz ihrer Gemälde auf kunsthistorische Bezüge, die noch weiter zurückreichen – zu den raumbildenden Farbwelten Henri Matisses oder den Stillleben aus Giorgio Morandis konzentriertem Bildkosmos. Auch Bernhardt nutzt Alltagsgegenstände dabei nicht in erster Linie aufgrund ihrer symbolischen Bedeutung, sondern als Ausgangspunkt malerischer Erkundungen. Ihre Motive folgen den Dynamiken des Malakts selbst und nicht einem vorab festgelegten ikonografischen Programm. In ihren Gemälden nimmt Bernhardt zudem immer wieder Bezug auf das Werk zeitgenössischer Künstler:innen, die sie schätzt, wie etwa Alex Katz, Mary Heilmann, Laura Owens und Josh Smith.