Karin Pauer & Aldo Giannotti: For Now

Darstellende Kunst Visuelle Kunst Installation Performance
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3 Termine
Mittwoch 10. Juni
10. Juni
Mi
19:00
Performance bis 22:00
Karin Pauer & Aldo Giannotti: For Now
Donnerstag 11. Juni
11. Juni
Do
19:00
Performance bis 22:00
Karin Pauer & Aldo Giannotti: For Now
Freitag 12. Juni
12. Juni
Fr
19:00
Performance bis 22:00
Karin Pauer & Aldo Giannotti: For Now

Mit ihrer ortsspezifischen Performance-Installation FOR NOW markieren Karin Pauer und Aldo Giannotti das Ende der letzten brut-Saison am Standort nordwest. Anhand eines Wandbildes in progress reflektieren sie gemeinsam mit Performer*innen und Musiker*innen über Abschiede und die gesteigerte Aufmerksamkeit, die solche Momente erzeugen. FOR NOW lädt das Publikum ein, drei Tage lang einen Ort im Wandel zu erleben und diesen Moment des Übergangs zu teilen.

Ein Gebäudekomplex, der bald abgerissen wird, ein Theater, das sich auf seinen Umzug vorbereitet: Jede Handlung ist getragen vom Bewusstsein eines „letzten Mals“ und von allem, was an diesem Ort bis jetzt geschehen ist. Die Choreografin Karin Pauer und der bildende Künstler Aldo Giannotti arbeiten schon länger an gemeinsamen Projekten. Mit FOR NOW markieren sie den Abschluss der letzten Saison von brut Wien am Standort in der Nordwestbahnstraße. Die ortsspezifische Performance-Installation reflektiert über das Abschiednehmen. FOR NOW versteht diesen Zeitpunkt als Schwelle, an der sich ein kollektiver Moment verdichtet: Ein Ort wird noch einmal gemeinsam wahrgenommen und aktiviert, im Wissen um seine Geschichte und sein bevorstehendes Verschwinden.

An drei Abenden wird die lange Mauer im Hof von brut nordwest zur Oberfläche eines sich entwickelnden Mural. Über mehrere Stunden hinweg folgen Performer*innen und Publikum einer sich wiederholenden Partitur, in der sich Zeichnung, Bewegung, Stimme, Begegnung und Klang allmählich verdichten. Pauer und Giannotti setzen mit dieser Arbeit auf Langsamkeit und verzichten bewusst auf Verwertbarkeit. Sie bieten eine Alternative zum produktivitätsgetriebenen Tempo, das unser Leben sonst häufig prägt. Indem sie sich Geschwindigkeit und Effizienz widersetzt, eröffnet die Performance ein anderes Zeitgefühl, in dem Aufmerksamkeit, Fürsorge und Zusammengehörigkeit Vorrang vor Vollendung und Produktivität haben. Das Publikum bewegt sich durch einen wiederholenden Parkour durch Räume, die normalerweise nicht für alle offen sind, und begegnet wechselnden Stimmungen, subtilen Einladungen und leisen Störungen. Der Ort selbst wird dabei zu einem aktiven Rahmen, der die Aufmerksamkeit auf seine Geschichte, seine Gegenwart und sein Verschwinden lenkt.

Karin Pauer ist eine in Wien lebende Performerin und Choreografin. Die Auseinandersetzung mit Beziehungen, Zwischenräumen, Empathie und Zusammengehörigkeit prägt ihre Arbeiten. Sie verhandelt diese Konzepte, indem sie verkörperte choreografische Praktiken mit Sprache, bildender Kunst und Live-Musik verbindet. 2008 schloss Karin Pauer ihr Bachelorstudium (BA) in Choreografie am ArtEZ Institute of Arts in Arnheim ab. Seitdem hat sie mit Choreograf*innen, Theaterregisseur*innen, Filmemacher*innen und bildenden Künstler*innen wie Katrin Hornek, Aldo Giannotti, Doris Uhlich, Random Scream / Davis Freeman, Mike O’Connor, Maureen Kägi und Veronika Franz zusammengearbeitet. Seit 2015 kollaboriert sie kontinuierlich mit der österreichischen Tanzkompanie Liquid Loft / Chris Haring. Karin Pauer erhielt 2009 das danceWEB-Stipendium und 2012 die TURBO Research Residency, beides bei ImPulsTanz in Wien. 2018 erhielt sie das BKA START-Stipendium. 2020 wurde sie im Rahmen von Life Long Burning für die EU-Choreografieplattform Creative Crossroads nominiert. Ihre eigenen Werke wurden u. a. bei ImPulsTanz und im Tanzquartier Wien, beim Donaufestival in Krems und bei den Wiener Festwochen, im MAMbo Museo d’Arte Moderna di Bologna sowie auf verschiedenen internationalen Festivals präsentiert. Ihre Kooperationen mit den bildenden Künstler*innen Katrin Hornek und Aldo Giannotti waren in der Secession Wien, im Bank Austria Kunstforum und im Belvedere 21 zu sehen. Mit brut Wien verbindet Karin Pauer eine kontinuierliche Zusammenarbeit. In den vergangenen Spielzeiten entstanden die brut-Koproduktionen THE SCORE (2020) und HOUSE OF CONSTRUCTS (2024, beide mit Aldo Giannotti) sowie WE WERE NEVER ONE (2022 und 2023 im Rahmen der Choreographic Platform Austria), AVA (2024) und LOW (2025).

Aldo Giannotti, geboren 1977 in Genua, ist bildender Künstler und lebt und arbeitet seit 2000 in Wien. Die Zeichnung steht im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens und dient ihm als Medium, um sozioarchitektonische, soziopolitische und soziokulturelle Themen zu erforschen und zu vermitteln. Aldo Giannotti studierte an der Accademia di Belle Arti in Carrara, am Wimbledon College of Arts in London und an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Institutionen ausgestellt und realisiert, darunter die Albertina Wien, die Kunsthalle Wien, das Lentos Kunstmuseum Linz, das OK Center Linz, das Kunsthaus Graz, der Kunstraum Niederösterreich, Ar/ge kunst Bozen, das Künstlerhaus Dortmund, das Museum der Moderne Salzburg, das Österreichische Kulturforum London, das Donaufestival Krems, das Museum Sztuki Łódź und das Museum für zeitgenössische Kunst Zagreb. 2024 präsentierte Aldo Giannotti seine performative Langzeit-Soloausstellung HOUSE OF CONSTRUCTS in Zusammenarbeit mit der Choreografin Karin Pauer im Bank Austria Kunstforum in Wien. 2021 zeigte er seine Einzelausstellung Safe and Sound im MAMbo Museo d’Arte Moderna di Bologna. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Pollock-Krasner-Stipendium (2020), den ersten Preis beim Österreichischen Grafikwettbewerb in der Kunsthalle Innsbruck (2019), den Pomilio-Blumm-Preis in Mailand (2017) und die Anerkennungsauszeichnung des Strabag Kunstforum Wien (2016).

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