Karel Appel: Überblick
Bildende Kunst Ausstellung
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ÜBERBLICK. Gemälde und Arbeiten auf Papier 1945 – 2004
Karel Appel wird international bekannt in den späten 1940er Jahren als Mitbegründer der legendären, avantgardistischen Künstlergruppe COBRA. Im Jahr 1950 übersiedelt er nach Paris, weil er sich von Frankreich eine offenere und tolerantere Auseinandersetzung mit seiner Kunst erwartet. Sein abstrakt expressionistischer Stil hatte in seiner Heimat Holland für Empörung und Ablehnung gesorgt. Kubismus und Konstruktivismus sind für die junge Künstlergeneration überholt. Das menschliche Individuum in seiner psychischen Empfindung wird in den Vordergrund gerückt und die formal-analytische Auseinandersetzung mit dem Gegenstand bis zur Auflösung in der abstrakten Bildsprache abgelehnt. Emotionalität, Intuition und Unmittelbarkeit sind die Ausgangspunkte für eine von Art Brut und außereuropäischer Kunst beeinflussten Malweise.
Im Jahr 1957 übersiedelt Appel nach New York, wo er Kontakt mit den abstrakten Expressionisten wie Franz Kline und Sam Francis hat. Seine Bilder werden immer schwung-voller, dynamischer und geprägt von einer intensiven Farbigkeit. 1960 wird ihm als jüngstem Künstler der Guggenheim International Award verliehen. Damit werden seine Arbeiten nun einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
Seit den 1980er Jahren setzt Appel sich in monumentalen Gemälden mit dem Thema Mensch und dessen Umgang mit seiner Umwelt auseinander. Auch Aktmalerei, mit der er sich bereits in den 1960er Jahren beschäftigt hatte, gewinnt wieder einen wichtigen Stellenwert. Die Landschaft bekommt in seinem Werk eine neue Dimension. Inspiriert von der Toskana (wo er seit den 1990er Jahren ein Atelier hat), entstehen Bilder mit starker Naturbezogenheit, aber in einer freien, abstrakten Malweise. Ebenso widmet er sich wieder verstärkt der Skulptur und arbeitet an monumentalen Bildobjekten, deren Grundlage Fundstücke oder Alltagsgegenstände sind. Karel Appel stirbt 2006 in Zürich, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbracht hat.